• vom 08.08.2018, 18:44 Uhr

Fußball

Update: 08.08.2018, 21:38 Uhr

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Konzentration trotz Störgeräuschen




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  • Rapid reist topmotiviert zum Hochrisikospiel nach Bratislava.


© APA/EXPA/ STEFAN ADELSBERGER © APA/EXPA/ STEFAN ADELSBERGER

Bratislava/Graz/Istanbul. Fußball-Rekordmeister Rapid meldet sich am Donnerstag (21.05 Uhr/
live ORFeins) im internationalen Geschäft zurück. Nach einjähriger Europacup-Pause soll Slovan Bratislava in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League kein Stolperstein sein. Es ist die erste von zwei Hürden auf dem Weg zum angepeilten Saisonziel Gruppenphase.

Vor der Partie im Stadion Pasienky ist für viel Brisanz gesorgt. Wien und Bratislava sind Luftlinie nur knapp 55 Kilometer entfernt. Beide Teams werden daher im Duell der beiden Hauptstadt-Klubs topmotiviert zu Werke gehen. Gespannt darf man auch sein, was auf den Rängen sowie außerhalb des Stadions passiert. Ungern erinnert man sich an das Jahr 2007 zurück, in dem es im Rahmen des UI-Cup-Spiels von Rapid gegen Slovan in Hütteldorf zu schweren Gäste-Ausschreitungen gekommen war. Pikant ist zudem, dass rechtsextreme Fans vom Rapid-Erzrivalen Austria mit den Slovan-Anhängern eng verbunden sind.


Von diversen Schlagzeilen im Vorfeld der Partie lassen sich die Rapidler nicht aus der Ruhe bringen. "Das hat uns Spieler nicht zu tangieren. Man muss alles ausblenden. Wir sind zuständig dafür, auf dem Platz Leistung zu bringen, was abseits passiert, liegt nicht in unserer Macht", meint Abwehrspieler Mario Sonnleitner. Auch sein Coach Goran Djuricin wollte sich nicht mit Nebengeräuschen beschäftigen: "Meine Aufgabe ist es, sich auf das Sportliche zu fokussieren." Der Rest sei Sache anderer. "Wir haben tolle Leute, die begabt sind in solchen Dingen", sagt der Wiener. Mehr als 1100 Fans reisen aus Wien an, mit 20 Bussen im Konvoi, der ab der Grenze von der Polizei zum Stadion und von dort wieder zurück eskortiert wird.

Gespielt wird im Stadion Pasienky, in dem Slovan diese Saison noch ohne Makel ist. In insgesamt sieben Saison-Pflichtspielen gab es nur beim 1:2 gegen Balzan in der zweiten Europa-League-Qualifikationsrunde auf Malta keinen vollen Erfolg. Die mit zahlreichen Legionären gespickte Truppe von Trainer Martin Sevela scheint gut in Form zu sein. "Der Gegner ist ähnlich gestrickt wie wir, eher eine spielerische Mannschaft. Es wird nicht leicht, wir brauchen sicher zwei gute Halbzeiten, um dort zu bestehen", sagt Djuricin. Das war zuletzt das Problem der Hütteldorfer. Sowohl beim 3:0 bei der Admira als auch beim 1:1 gegen Altach in den ersten beiden Ligarunden fiel die Leistung nach dem Seitenwechsel deutlich ab. Diesmal kommt die große Hitze als zusätzlicher Faktor dazu. "Alles über 30 Grad ist nicht angenehm, es ist aber für die andere Mannschaft genauso. Wir stellen deshalb den Spielbetrieb nicht ein, da gilt es einfach, sich zu überwinden", verlautet Sonnleitner.

Richtiges Verhalten in der Spielvorbereitung sei da besonders wichtig. "Viel trinken, auf den Körper schauen, nicht zu viel rausgehen", sagt der 31-Jährige. Ein Rapid-Sieg beim Triumphator des Europacups der Cupsieger 1969 wäre eine Premiere. 1956 gab es im Mitropacup-Viertelfinale bei Slovan eine 1:3-Niederlage, 2007 unterlag man im UI-Cup 0:1. Beide Male reichte das Resultat allerdings für den Aufstieg. Dieses Mal geht aber die erste Partie in der Slowakei über die Bühne. "Ich spüre in der Mannschaft eine große Vorfreude", sagt Djuricin. Er hat genaue Vorstellungen, wie das gelingen soll: "Hinten gut stehen, offensiv mutig sein und gut gegen den Ball arbeiten." Das Rückspiel geht am 16. August (20.30 Uhr) im Allianz Stadion über die Bühne. Der slowakische Cupsieger der vergangenen beiden Jahre will die Begegnung bis dorthin offen halten. "Rapid hat Tradition und Qualität. Ich habe auch gehört, dass es zwischen den Fans von Slovan und Rapid Rivalität gibt. In einem Derby hast du noch mehr Motivation als Spieler", betont Slovans Mittelfeldspieler Vukan Savicevic.

Lask Außenseiter
Während Rapid sich der Papierform nach ebenso wie Sturm Graz gegen Larnaka (19 Uhr) durchaus gute Chancen ausrechnen darf, ist der Lask beim türkischen Topklub Beşiktaş (20 Uhr) klarer Außenseiter. Im Hinspiel gastieren die Linzer im Vodafone Park von Istanbul, Besiktas’ Anhängerschaft ist eine der lautesten in Europa. Es wird erwartet, dass die 42.000 Zuschauer fassende Arena gegen den Lask gut gefüllt sein wird. Die Oberösterreicher wollen die Atmosphäre genießen. "Wir sehen das als Belohnung. Unsere Erwartung ist, dass wir uns zutrauen, unser Spiel durchzubringen. Wir wollen lästig sein", sagte Trainer Oliver Glasner vor der Abreise nach Istanbul.




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Dokument erstellt am 2018-08-08 17:32:45
Letzte Änderung am 2018-08-08 21:38:27


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