Wien/Linz/Larnaka. (rel) Was für ein Europacup-Abend. Drei heimische Klubs standen am Donnerstag vor dem Aus - jedoch nur einem Verein gelang noch der Turnaround. Sowohl der Lask als auch Sturm Graz haben in der Europa-League-Qualifikation den Sprung ins Play-off nicht geschafft. Lediglich Rapid ist nach einem verdienten 4:0-Heimsieg gegen Slovan Bratislava weiter.

Die Überraschung des Abends bot allerdings der Lask, der in einem beherzten und mutigen Auftritt zu Hause den türkischen Favoriten Beşiktaş Istanbul beinahe mit 2:0 bezwungen hätte. Nur ein spätes Tor in der Nachspielzeit bewahrte die Gäste vor einer Blamage - und brachte den Lask um die Sensation. Dass es überhaupt so knapp wurde, hatten sich die Türken selbst zuzuschreiben, sie setzten zu viel auf Ballbesitz und verließen sich darauf, irgendwann eine Lücke in der Linzer Abwehr zu finden. Und das hätte vielleicht auch funktioniert, wenn Thomas Goiginger nicht eine außergwöhnlich starke Leistung gezeigt hätte. Er stellte den Gegner immer wieder vor Probleme, forderte das Leder bei jeder Gelegenheit. Allein den Treffer zum 1:0 besorgte aber ein anderer, João Victor Santos Sá. Und das in einem kühnen Alleingang und mit einem tollen Schuss ins linke Toreck (42. Minute). Und fast hätte Reinhold Ranftl nur Minuten später mit einem Schuss, der aber Zentimeter am linken Pfosten vorbeiflog, für das 2:0 gesorgt. Dieses reichte dann in der zweiten Spielhälfte Dominik Frieser nach, ein glücklicher Treffer zwar, aber er zählte: Ein Abpraller legte ihm den Ball in der 69. Minute regelrecht auf, sodass er nur noch aus naher Distanz ins leere Tor abziehen musste. Beşiktaş Istanbul? War vollkommen von der Rolle. Umso überraschender kam daher der Anschluss- und Siegestreffer von Álvaro Negredo in der 91. Minute - auch wenn das Tor sehenswert war. Schade ist es um die Fast-Sensation dennoch.

Etwas glücklicher traf es hingegen Rapid, das im Allianz-Stadion bereits nach 180 Sekunden durch Christoph Knasmüllner in Führung gehen konnte (4.). Das war auch weise, denn auch wenn die Grün-Weißen zunächst großartiges Teamwork zeigten und saubere Pässe spielten, so stellte sich bald der Schlendrian ein. Fehlpässe und Unkonzentriertheit brachten die Gastgeber immer wieder in Bedrängnis, etwa durch AndražŠporar, als er den Ball in die linke Ecke köpfte, der Treffer aber noch durch einen tollen Reflex von Goalie Richard Strebinger verhindert wurde (43.). Besser wurde es dann in der zweiten Spielhälfte. Waren es zunächst Knasmüllner und Stefan Schwab, die das Leder kraftvoll in Richtung Slovan-Tor feuerten, aber nur die Latte trafen (62., 66.), folgte in der Rapid-Viertelstunde die Erlösung. Und das zweimal durch Knasmüllner, der den Ball zum 2:0 und 4:0 einnetzte (79., 94.), sowie einmal durch Thomas Murg (84.), der im Konter einen perfekten Pass von Knasmüllner aufnahm und im Slovan-Netz sicher unterbrachte. Damit ist Rapid neben Red Bull Salzburg der letzte verbliebene österreichische Vertreter im Europacup und trifft nun im Play-off auf Steaua Bukarest.

0:5-Debakel für Sturm Graz


Einen mehr als unrühmlichen Abgang hatte am Donnerstag wiederum Sturm Graz zu bieten: Nach dem Scheitern gegen Ajax Amsterdam in der Champions-League-Qualifikation erwies sich der zypriotische Vertreter AEK Larnaka auf dem Weg ins Play-off der Europa League als zu hohe Hürde. Nach der 0:2-Pleite im Heimspiel liefen die Grazer auswärts auf der Insel in ein 0:5-Debakel. Ivan Trickovski erzielte für Larnaka drei Tore (8., 67., und 80. Minute). Jorge blieb bei einem Elfer (65.) cool. Zudem traf auch der eingewechselte Thierry Taulemesse in der 86. Minute. Damit setzte es für Sturm, das nach einer Stunde nach Gelb-Rot für Sandi Lovrić mit einem Mann weniger auskommen musste, statt der Wende den nächsten Tiefschlag.