• vom 24.08.2018, 08:30 Uhr

Fußball

Update: 24.08.2018, 11:26 Uhr

Deutsche Bundesliga

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  • Die meisten Legionäre in der deutschen Liga kommen aus Österreich. Ist die heimische Liga ein ideales Sprungbrett?



David Alaba gilt vermutlich als bekanntester Österreich-Export in Deutschlands-Fußballliga.

David Alaba gilt vermutlich als bekanntester Österreich-Export in Deutschlands-Fußballliga.© APAweb, Reuters, Michael Dalder David Alaba gilt vermutlich als bekanntester Österreich-Export in Deutschlands-Fußballliga.© APAweb, Reuters, Michael Dalder

München/Frankfurt. (art) Ein bisschen lehnt sich nun also sogar die deutsche Fußballpresse an eine gute, alte österreichische Tradition an; nämlich an jene, Erfolge von Sportlern aus dem Ausland auch für sich in Anspruch zu nehmen. Im Skifahren und -springen ist es am Stammtisch ebenso wie in den Gazetten längst Usus, stets die rot-weiß-rote Entwicklungshilfe durch Trainer, Sportchefs, Serviceleute oder irgendwelche Urstrumpftanten anzusprechen, wenn einmal jemand anderer als Marcel Hirscher (der mit der niederländischen Mutter, wie im Gegenzug gerne verschwiegen wird) aufs oberste Stockerl carvt. Und ebenso wie in solchen Fällen in Österreich wundert man sich nun im Nachbarland darüber, wie es denn zur Rekordanzahl von 28 Fußballern aus Österreich kommen konnte, die vor dem Saisonstart in der höchsten deutschen Spielklasse am Freitag (Bayern-Hoffenheim, 20.30 Uhr) zwischen Augsburg und Bremen ihr Geld verdienen.

Das renommierte Fußballmagazin "11Freunde" widmet diesem Aspekt einen eigenen Artikel unter dem Titel "Die Ösi-Affäre" und nennt als eine der Antworten "ein bisschen deutsche Entwicklungshilfe": Immerhin hätten einige Spieler wie Bayern-Star David Alaba einen Großteil ihrer ballestrischen Ausbildung schon in Deutschland absolviert. Deutsche Klubs würden nämlich intensiv in Österreich scouten, weil die Spieler aufgrund von Sprache und Kultur (auch schulisch) leicht integrierbar seien; zudem sei das Lohnniveau in Österreich relativ niedrig, weswegen etwas Ältere, die in Österreich nicht gerade bei Red Bull unterkämen, vergleichsweise günstig zu haben sind.


© M. Hirsch © M. Hirsch

Allerdings spart das Magazin auch nicht mit Lob für "die konsequente Nachwuchsarbeit" in Österreich, das Modell, wonach Klubs, die mehr Österreicher einsetzen, auch etwas mehr vom TV-Geld-Kuchen bekommen, die unter dem ehemaligen ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner aufgebaute Struktur mit den regionalen Leistungszentren sowie die Salzburger Akademie in Liefering, die mit ihren 60 Internatsplätzen "ein gewaltiges Aufzuchtbecken für Stars" sei. Tatsächlich haben all diese Punkte viel dazu beigetragen, dass Österreich in dieser Saison nicht nur die meisten Deutschland-Legionäre seit je stellt - 2008 waren es noch sechs -, sondern auch das größte Importland in der deutschen Bundesliga überhaupt ist. Weltmeister Frankreich stellt 23 Bundesliga-Profis, dahinter folgen Brasilien, die Niederlande, Belgien und die Schweiz.

Doch es wäre ein Irrglaube zu denken, dass die heimische Liga, die sich als Ausbildungsliga versteht, ein ideales Sprungbrett wäre. Aus dieser schaffte es in diesem Transfersommer lediglich Lask-Tormann Pavao Pervan als Nummer zwei zu Wolfsburg.




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Dokument erstellt am 2018-08-23 16:29:44
Letzte Änderung am 2018-08-24 11:26:03


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