• vom 29.08.2018, 23:27 Uhr

Fußball

Update: 30.08.2018, 01:31 Uhr

Champions League

Salzburger Naturgesetz




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  • Red Bull Salzburg und die Champions League, das geht offenbar nicht.

Salzburg verlor binnen zwei Minuten den Kopf und das Spiel.

Salzburg verlor binnen zwei Minuten den Kopf und das Spiel.© apa/Krug Salzburg verlor binnen zwei Minuten den Kopf und das Spiel.© apa/Krug

Wien. (sir) Es war das Jahr 1687, als Isaac Newton das Gravitationsgesetz beschrieben und damit die Schwerkraft erklärt hat. Sie ist seither unbestritten, ein physikalisches Grundgesetz. Dinge fliegen hinunter, nicht hinauf, der Apfel vom Baum auf den Boden, der Fußball, der in die Luft geschossen wird, auf den Rasen. Und in der Champions League, das ist dann allerdings nicht mehr wirklich Newton, fliegt der Ball ins Tor der Salzburger. Und zwar immer ein bisserl öfter oder ungünstiger als beim Gegner. Ist offenbar auch ein Grundgesetz.

Red Bull hat es auch beim elften Mal nicht geschafft, sich für das Höchste der Gefühle im europäischen Fußball zu qualifizieren, wobei das 2:2 gegen Roter Stern Belgrad am Mittwoch ein eigentümlicher Selbstfaller war. Innerhalb von wenigen Sekunden vergeigten die Salzburger in der zweiten Hälfte eine 2:0-Führung, verspielten eine Partie, die nicht zu verlieren war, gegen einen Gegner, der dem österreichischen Meister wenig entgegenzusetzen hatte. Ein 4:0 oder 5:0 wäre am Ende des Match logischer gewesen als das 2:2, das Roter Stern dank der Auswärtstorregel den Aufstieg brachte (Hinspiel 0:0).


Doppelschlag von Roter Stern
Bis zur 65. Minute war die Angelegenheit relativ klar und Salzburg souverän auf dem Weg in die Champions League, dort, wo sich Real, Barcelona, Bayern und ihre Stars tummeln. Vor der Pause hätte das Team von Marco Rose schon alles erledigen können. Patson Daka fand beispielsweise gleich zwei Gelegenheiten vor, die schon mehr Tor als Chance waren, aber dann doch mit einem entsetzten Blick des jungen Stürmers aus Sambia endeten. So dauerte es bis zur 45. Minute, ehe Munas Dabbur nach einer Direktabnahme den verdienten ersten Treffer erzielte.

Unmittelbar nach Wiederbeginn legte der Israeli per Elfer nach, Hannes Wolf war davor im Strafraum gefoult worden. Das war es doch, dieses 2:0, oder? Roter Stern versuchte Salzburg im Konter zu erwischen, bekam ein paar Mal die Gelegenheit dazu, hatte aber nicht die Qualität, Salzburg erfolgreich auszuspielen. Was sollte also passieren?

Im Konkreten war es ein Kopfballduell, das zum Foul wurde, 65 Minuten waren da gespielt. Der Freistoß war nicht sehr gefährlich, Wolf vertändelte aber einen Ball und auf einmal stand es 1:2. Das kann schon einmal passieren, vor allem einer jungen Elf, und Wolf war überhaupt der jüngste Spieler auf dem Feld. Doch ein, zwei Mal ausatmen später war auch das 1:2 schon Geschichte, hatte Roter Stern schon wieder getroffen. Wieder nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld, irgendwie hoch nach vor. Andererseits: Auch eine Kunst, ein 2:0 so zu vergeben. Aber so ist das nun einmal bei Naturgesetzen.

Kommende Saison ist der österreichische Meister übrigens fix in der Gruppenphase der Champions League, man erspart sich also die Qualifikation. Nur was heißt das für Salzburg? Doch nicht wieder Meister?




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Dokument erstellt am 2018-08-29 23:35:51
Letzte Änderung am 2018-08-30 01:31:34


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