Bukarest (rel). Obwohl die Saison noch jung ist, war es für Rapid am Donnerstag so etwas wie ein Spiel des Jahres. Im Play-off-Retourmatch zur Europa League in Bukarest gegen den Steaua-Nachfolger FCSB ging es um den Einzug in die Gruppenphase und damit um ein großes Saisonziel, das einige Millionen Euro bringt. Außerdem ging es auch um die Zukunft des in die Kritik geratenen Trainers Goran Djuricin. Den 3:1-Vorsprung zu verspielen, konnte sich der Wiener nicht leisten. Das war unwahrscheinlich, und trotzdem hätte Rapid beinahe dieses Kunststück geschafft.

Denn immerhin stellte sich das Offensivfeuerwerk, das die Rumänen angekündigt hatten, bereits ungewöhnlich früh ein. Ein Konter hier, ein Eckball dort, Vorstöße in den Rapid-16er – die Verteidigung der Grün-Weißen wusste zunächst gar nicht recht, wie ihr geschah. Und schon stand es 1:0. Ein hoher Steilpass von rechts, angenommen von Harlem Gnohéré und sicher platziert im Netz, wurde der überspielten Defensive zum Verhängnis (12. Minute).

Keine Lücke in der Defensive

Bei Rapid dominierte Ideenlosigkeit, vorne gab es kein Durchkommen – auch, weil das Zusammenspiel zwischen Thomas Murg, Deni Alar und Christoph Knasmüllner kaum funktionierte. Dass es in Minute 30 nicht 2:0 stand, hatten die Gäste Stefan Schwab zu verdanken, als er einen gefährlich verlängerten Kopfball ins Tor-Out lenken konnte. Und selbst als Rapid den Ausgleich auf dem Tablett serviert bekam, ging nichts: Dank eines Aussetzers von FCSB-Goalie Andrei Vlad kamen die Hütteldorfer etwa 14 Meter vor dem Tor zum indirekten Freistoß; die Idee von Murg, das Leder flach durch die Mauer zu jagen, klappte nicht. Die Rumänen blieben brav stehen (35.). Das taten sie übrigens auch sonst und verstanden es bestens, Rapid den Weg nach vorne abzuschneiden. Und so kam es, wie es kommen musste: Mit dem Halbzeitpfiff fiel dann das 2:0 für die Gastgeber. Der Treffer war symptomatisch für die Partie: ein rasch ausgeführter Einwurf brachte Unruhe in die Defensive, dabei wurde der Ball abgefälscht und landete unhaltbar für Torhüter Richard Strebinger im Kasten.

Damit benötigte Rapid unbedingt ein Tor. Nur war man dazu kaum in der Lage. Der Druck der Rumänen blieb aufrecht und produzierte Chancen – so etwa in der 49. Minute: Ein langer Pass nach vorne kam zum Torschützen Gnohéré, der überspielte Mario Sonnleitner und entschied sich für einen (etwas zu weiten) Lupfer über Strebinger. Das Programm – Umschalten, Konter, Schuss – lief munter weiter, bis dann ein Wunder passierte: Rapid wachte plötzlich auf. Endlich kam Sonnleitner nach abgefälschtem Freistoß und zwei Paraden von Vlad an die Kugel und schloss aus spitzem Winkel ab – 2:1 (62.). Was für eine Erlösung. Und fast hätten Alar (67.) und Andrei Ivan (82.) für das 2:2 gesorgt. So muss man spielen, im Fall von Rapid kam diese Einsicht spät, aber doch.

Damit sind Rapid und Red Bull Salzburg Österreichs Vertreter im Europacup. Die Auslosung für die Gruppenphase der Europa League erfolgt am Freitag in Monaco.