• vom 07.09.2018, 12:19 Uhr

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Gefahr oder Teil der Fankultur?




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Von Benjamin Schacherl

  • Im Innenministerium wurde über die aktuelle Pyrotechnik-Gesetzgebung diskutiert.


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Wien. Unter dem Titel "Sicherheit bei Sportveranstaltungen - Pyrotechnik" hat das Innenministerium am Donnerstag zu einem Symposium eingeladen. Beiträge kamen von ranghohen Vertretern der Politik, der Fußball-Bundesliga, dem ÖFB und von zwei Vortragenden der Uefa. Der Gebrauch von Pyrotechnik ist in Österreich zwar grundsätzlich verboten, eine Ausnahmeregelung erlaubt aber seit 2010 das legale Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen. In einer vorher definierten Zone auf der Fantribüne dürfen seither bengalische Feuer entfacht werden - mit Sicherheitsvorkehrungen wie Löschdecken und Sandkübeln. Doch im März hieß es aus dem Innenministerium (BMI) und von ÖVP-Polizeisprecher Karl Mahrer, dass diese Form der Ausnahmebewilligung nicht weiter Bestand haben soll. Mahrer meinte zuletzt gegenüber der "Wiener Zeitung", dass Pyrotechnik "keinen Platz im Stadion" haben dürfe.

Legale Lösung als Ziel
Mit umso größerer Spannung wurden nun die Absichten des Innenministeriums erwartet. Auch deshalb, weil wenige Wochen vor des Sicherheitsgipfels eine Anfragebeantwortung von SPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Kovacevic durch das BMI ergeben hat, dass die Straftaten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgingen. Zudem wurde ersichtlich, dass es zu keinen Zwischenfällen oder Verletzungen gekommen ist, wenn Pyrotechnik legal gezündet wurde. Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die Verwendung von "illegaler Pyrotechnik" eine existenzielle Herausforderung für alle Beteiligten sei. Er würde es für fragwürdig halten, dass "manche glauben, dass Pyrotechnik ein Bestandteil der sogenannten Fankultur" wäre. Kickl sagte jedoch auch, dass es das Ziel sei, eine legale Lösung zu finden. Auch Vizekanzler und Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) hielt fest, dass es vernünftig sei, eine Ausnahmeregelung zur legalen Benutzung pyrotechnischer Gegenstände beizubehalten. Wichtig sei zudem auch der Dialog mit den Fangruppen. Zur Veranstaltung eingeladen wurde von Fanseite aber niemand. Auf die Zusammensetzung der Runde angesprochen, entgegnete Günther Marek, Gruppenleiter im Innenministerium und Moderator der Veranstaltung, dass zunächst der Austausch mit den Vereinen und den anwesenden Personen gesucht wird. Später solle jedoch ein Dialog mit Fanvertretern erfolgen.


Peter Goldgruber, Generalsekretär des Innenministeriums, machte darauf aufmerksam, dass eine Ausnahmebewilligung lediglich eine solche sein könne, wenn diese auch nur in bestimmten Fällen zur Anwendung käme. "Wenn es zur Regel wird, ist es keine Ausnahme", sagte Goldgruber. An diesen Grundsatz wolle man sich halten. "Jedes Bundesligaspiel kann kein bestimmter Anlass sein. Das ist der Normalbetrieb und keine Ausnahme."

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Fußball, Pyrotechnik

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Dokument erstellt am 2018-09-07 12:30:02


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