• vom 11.09.2018, 22:44 Uhr

Fußball


Nations League

Neuer Bewerb, altes Lied




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Von Simon Rosner

  • Schwacher Auftakt zur Nations League, Österreich verliert in Bosnien mit 0:1.

In der Luft stark, zu ebener Erd’ verlor Sebastian Prödl (r.) den entscheidenden Zweikampf gegen Edin Dzeko. - © apa/Roland Schlager

In der Luft stark, zu ebener Erd’ verlor Sebastian Prödl (r.) den entscheidenden Zweikampf gegen Edin Dzeko. © apa/Roland Schlager

Zenica/Wien. Sieben Partien hat Franco Foda als Teamchef bisher erlebt, sechs Siege waren dabei, darunter gegen Schweden, Uruguay und Deutschland, damals immerhin noch Weltmeister. Die einzige Niederlage passierte gegen Brasilien. Aber das kann passieren. Es waren jedoch nur Freundschaftsspiele, bei Nummer acht gab’s endlich das erste Pflichtspiel in Bosnien-Herzegowina.

Es war zugleich der Auftakt Österreichs zu einem neuen Bewerb, denn die Partie zählt nicht zur EM-Qualifikation, sondern zur Nations League, die sich die Genies der Uefa ausgedacht haben. Der Modus ist total simpel. Es gibt die Ligen A, B, C, D, in denen es jeweils mehrere Gruppen mit drei oder vier Teams gibt, jeder spielt gegen jeden, dann wird zusammengerechnet, der Cosinus gezogen, es gibt Auf- und Absteiger, und obwohl die Nations League nicht Teil der EM-Qualifikation ist, ist es aufgrund dieses neuen Formats gar nicht so unwahrscheinlich, dass sich die Färöer auch irgendwann einmal für eine EM qualifizieren. Auf ihrer Website, auf der das Reglement auf schlanken 68 Seiten erklärt wird, dementiert die Uefa übrigens, dass finanzielle Erwägungen zu dieser Idee geführt haben.


Kleiner Fehlgriff
In der Gruppe 3 der Liga B, in der Österreich auch auf Nordirland trifft, war Bosnien auswärts also der erste Gegner. Teamchef Foda überraschte dabei in seinem ersten Pflichtspiel nur bedingt, setzte erneut auf eine Art 3-4-3-System, das sich in der Defensive zu einer Fünfer-Abwehr auflöste, aber eben gelegentlich auch zu irgendetwas anderem, ungeplanten mutierte.

Der Clou des Teamchefs, Michael Gregoritsch ins Sturmzentrum zu schicken, um den guten Kopfballspieler mit Flanken zu bedienen, war das Gegenteil vom "goldenen Händchen", auf das Trainer bisweilen hoffen. Der Augsburg-Legionär war schwach, bekam aber auch keine brauchbaren Bälle. Das avisierte Spiel über die Seiten funktionierte gar nicht.

Österreich begann dabei nicht einmal schlecht, hatte auch mehrere Halbchancen als der Gegner, aber schon die erste echte Möglichkeit der Bosnier führte zu Unsicherheiten, die sich auswuchsen. Gregoritsch erhielt statt Flanken nur hohe Bälle von weit hinten, es hagelte Fehlpässe, wobei dem Rasen auch eine Rolle zukam. Schnelle Richtungswechsel nach ungenauen Anspielen führten zu Ausrutschern.

Bosniens Kapitän Edin Dzeko vom AS Roma hatte in der ersten Hälfte nach einem Stanglpass eine riesige Chance zur Führung, ebenso Haris Duljevic, dessen Schuss in der 55. Minute von David Alaba abgewehrt werden musste, Keeper Heinz Lindner war da schon geschlagen.

Eine kleine Umstellung in der Pause, nämlich Arnautovic ganz nach vorne zu ziehen und Gregoritsch zurück, war kein schlechter Einfall Fodas. Doch die Partie blieb mühsam, Österreich war aber insgesamt leicht verbessert und steigerte sich auch, wurde sicherer, gefährlicher, dominanter.

Dzeko trifft
Doch gerade in dieser Phase der Österreicher verlor Arnautovic im Mittelfeld den Ball, Dzeko erhielt ihn fein aufgespielt, und der war, aus österreichischer Sicht, der falsche Mann am falschen Ort, weil: Weltkicker, Strafraum. Sein Schuss passte genau ins lange Eck (78.). Österreich hatte in der Nachspielzeit nur eine Chance, Louis Schaub vergab aber.

Da die Bosnier in Nordirland gewonnen haben, schaut es für sie schon sehr gut aus mit dem Gruppensieg, der zum Aufstieg in Liga A berechtigt. Was das für die EM-Qualifikation bedeutet, kann im Detail den 68 Seiten des Reglements der Nations League entnommen werden. Die kurze Zusammenfassung: nicht viel. Immerhin, eine gute Nachricht.




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Dokument erstellt am 2018-09-11 22:54:06


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