• vom 14.09.2018, 19:59 Uhr

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Ein komisches Spitzenspiel




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  • Vor dem Wiener Derby am Sonntag steigt der unerwartete Schlager Zweiter gegen Erster: St. Pölten vs. Salzburg.


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St. Pölten/Wien. (may) Dass der Schlager der siebten Bundesliga-Runde nicht Rapid gegen Austria lauten würde, hätte vor dem Start der neuen Zwölferliga wohl niemand vorhergesagt. Und dass ausgerechnet die Augen der Fußballfans nach St. Pölten zu Beinahe-Absteiger SKN gerichtet sein würden, wohl noch weniger. Aber dank des Überraschungslaufes der Wölfe unter Didi Kühbauer steigt nun eben am Samstag (17Uhr) in der NV-Arena das Spitzenspiel der Runde, zumal ebendort beim noch unbesiegten Tabellenzweiten der sogar noch gänzlich makellose Serienmeister aus Salzburg gastiert. Eine Serie wird daher am Samstag wohl oder übel zu Ende gehen.

Apropos Serie - dieses Match wird für Statistiker ganz besonders interessant: Gelingt dem Starensemble aus der Mozartstadt der siebte Streich im siebten Spiel, wäre das Klub-Startrekord. Nicht jedoch Bundesliga-Rekord, denn das schafften schon einige vorher - etwa der FC Tirol in der Saison 1999/2000. Doch auch für den Trainer der Stunde gibt es die Gelegenheit, seine ganz persönliche Ungeschlagen-Bilanz auf 13Pflichtspiele in Serie auszuweiten - und damit seine Bestmarke aus der Saison 2011/12 mit der Admira einzustellen. Darauf angesprochen, reagiert Kühbauer freilich ähnlich genervt wie Marcel Hirscher, wenn man ihm neue Stockerlplatz-Rekorde vorbetet. "Persönlich gibt mir das nichts, weil ich kein Statistiker bin. Die Zahlen helfen aber mir, der Mannschaft und dem Klub. Freilich hätten wir nichts dagegen, wenn die Serie weiterginge", so Kühbauer.


Obwohl seine Elf vollgepumpt mit Selbstvertrauen ist und das Stadion heuer erstmals mit 6000 Zuschauern ausverkauft sein könnte, stapelt der 47-jährige Burgenländer tief. "Wir wissen schon, dass da ein Qualitätsunterschied da ist. Aber wir wollen die sein, die Salzburg erstmals einen Punkt wegnehmen, von Punkten in der Mehrzahl zu sprechen wäre wohl vermessen. Wir werden alles reinlegen, um am Ende den Goliath vielleicht doch in die Knie zu zwingen."

Nur vier Punkte trennen die beiden Teams derzeit, daher nötigt das Salzburg-Trainer Marco Rose Respekt ab. "Das ist eine Mannschaft, die ihr System gefunden hat, die stabil verteidigt und nach vorne Akzente setzt", sagte der deutsche Erfolgstrainer. "Sie haben in den Spielen auch das Momentum auf ihre Seite gebracht. Wir wollen ihnen das Momentum nehmen und unsere Serie ausbauen."

Die Statistik spricht übrigens eine klare Sprache: Die Salzburger, bei denen Alexander Walke ins Tor zurückkehrt, haben alle bisher ausgetragenen acht Bundesliga-Duelle gewonnen.

Übrigens: Dass der Ex-Rapidler und Noch-nie-Rapid-Trainer Kühbauer seinem Ex-Klub diesmal etwas die Show stiehlt, scheint ihn merklich zu freuen: "Es ist schön, dass St. Pölten gegen Salzburg das Spitzenspiel ist. Auch wenn das Wiener Derby natürlich eine ganz andere Brisanz hat", bemerkte Kühbauer.

Beim 327. Wiener Derby am Sonntag (17Uhr/frei empfangbar auf A1-TV sowie im Internet auf www.A1.net/Sport) möchte die Austria ihre magere Auswärtsbilanz auffetten - während die Hütteldorfer überhaupt den ersten Derby-Sieg im Allianz-Stadion anpeilen. Werden die Ansagen umgesetzt, könnte sich ein munteres Spielchen entwickeln: "Es ist nicht unser Spiel, dass wir uns verstecken. Wir wollen nach vorne spielen und Chancen erarbeiten", erklärte Austria-Coach Thomas Letsch, der ein Match "mit offenem Visier" erwartet. Das jüngste Derby-Debakel, als man im April im Ernst-Happel-Stadion mit 0:4 unterging, spiele bei der Taktik indes keine Rolle mehr: "So etwas darf und wird uns nicht mehr passierten", versprach Abwehrchef Michael Madl.

Auch Rapid möchte die zuletzt unzufriedenen Fans mit attraktivem Spiel versöhnen: "Wir wollen vor allem am Anfang vorne attackieren, sie unter Druck setzen, es versuchen zu erzwingen", erläuterte Coach Goran Djuricin. Zwar sind die Grün-Weißen zu Hause sechs Pflichtspiele unbesiegt, aber mit nur neun Punkten ist der Meisterschaftsstart nicht nach Wunsch verlaufen. Bei einem Sieg würde man den Erzrivalen und Tabellennachbarn auf Rang vier überholen. "Wir wollen die Nummer eins in Wien sein", sagte der Rapid-Trainer.

Tipico-Bundesliga, 7. Runde:

Samstag:

FC Admira - Sturm Graz17.00 Uhr

TSV Hartberg - SCR Altach17.00 Uhr

SKN St. Pölten - Salzburg17.00 Uhr

Sonntag:

SV Mattersburg - Lask 14.30 Uhr

Wolfsberg - Wacker Innsbruck14.30 Uhr

Rapid Wien - Austria Wien17.00 Uhr/A1




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Fußball, Bundesliga

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Dokument erstellt am 2018-09-14 17:15:10


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