• vom 09.10.2018, 16:42 Uhr

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Hoffentlich nicht wieder "irreregulär"




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  • Mit Nordirland wartet auf die ÖFB-Elf am Freitag in der Nations League ein unangenehmer Gegner.

Franco Foda hat nach der Ausfallmisere im Mittelfeld noch einiges zu tüfteln. - © apa/Jäger

Franco Foda hat nach der Ausfallmisere im Mittelfeld noch einiges zu tüfteln. © apa/Jäger

Wien. (may) Wer an Nordirland und Fußball denkt, denkt zwangsläufig an Hans Krankl: 13. Oktober 2004 in Belfast, wir schreiben die 94. Minute, als sich die aufopfernd kämpfende österreichische Nationalmannschaft nach einem Verzweiflungsabschlag der Nordiren noch den Ausgleich zum 3:3 einfängt. Was (wieder einmal) sehr früh die Chancen auf eine WM-Teilnahme - konkret jene 2006 in Deutschland - minimierte. Aber der Partie verdanken wir eine der berühmtesten Sprachblüten der rot-weiß-roten Fußballhistorie, denn der fuchsteufelswilde damalige Teamchef Krankl redete sich nach dem Schlusspfiff in einen regelrechten Wirbel hinein: "Ich bin gezeichnet von einem Match, das wir 3:3 gewonnen haben", erklärte der Goleador allen Ernstes. Um dann ob der Schiedsrichterleistung und der harten Gangart der Nordiren ("Rugbyspieler") nachzusetzen: "Was da passiert ist, ist extremst nicht in Ordnung. Das ist irreregulär!"

Irre, aber leider regulär ist vor dem Nations-League-Duell der beiden Mannschaften am Freitag (20.45 Uhr/ORFeins) die bisherige Länderspiel-Bilanz - aus rot-weiß-roter Sicht ist sie nämlich gegen die nicht gerade als Fußballgroßmacht geltenden Nordiren klar negativ. Nach neun Partien weist diese vier Niederlagen, zwei Siege und drei Unentschieden aus, bei einem Torverhältnis von 15:17. Positiv ist allerdings, dass beide Siege vor heimischem Publikum in Wien errungen werden konnten - und zwar jeweils mit 2:0: 1982 im Rahmen der EM-Qualifikation und 2005 beim (bedeutungslos gewordenen) Rückspiel in der WM-Qualifikation. Ein solches Resultat würde die aktuelle Auswahl von Franco Foda naturgemäß mit Handkuss nehmen, denn nach der vermeidbaren 0:1-Auftaktpleite in Gruppe B3 in Bosnien-Herzegowina braucht die ÖFB-Truppe im Rennen um den Gruppensieg zwingend drei Punkte.


Franco Foda muss umbauen
Leichter gesagt, als getan - und das liegt nicht nur am kampfkräftigen Gegner, der es bei der EM 2016 (anders als Österreich) ins Achtelfinale und vor der WM 2018 ins Play-off geschafft hat. Denn Foda kann am Freitag nicht seine Wunschelf aufbieten und muss vor allem im Mittelfeld kräftig umbauen. Außer dem langzeitverletzten Kapitän Julian Baumgartlinger fehlen David Alaba und Florian Grillitsch mit Muskelblessuren. Fix mit dabei, aber Gerüchten zufolge nicht bei 100-prozentiger Leistungskraft, ist indes West-Ham-Star Marko Arnautovic, der sich schon seit Wochen mit einem lädierten Knie herumschlägt. Womit Foda bis Freitag wohl noch einiges zu tüfteln hat, wie er die ebenfalls zum Siegen verdammten Insel-Kicker am besten überraschen kann: Dreierkette? Viererkette? Solo- oder Doppelspitze?

Eine wichtige Rolle kommt dabei wohl Alessandro Schöpf zu, der durch den Mittelfeldnotstand gesetzt sein dürfte: "Meine Lieblingsposition ist hinter den Spitzen, aber der Teamchef weiß, dass ich flexibel einsetzbar bin", meinte Schöpf, der einen "ekligen Gegner" befürchtet: "Die Nordiren sind sehr robust und kampfbetont." Ebenfalls gesetzt sein dürfte Hertha-Legionär Valentino Lazaro, der auf der rechten Außenbahn für Akzente sorgen soll: "Wir wollen eine Reaktion auf die Niederlage gegen Bosnien zeigen und gewinnen. Unser Ziel ist Gruppenplatz eins, es ist noch alles möglich", betonte Lazaro.




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Dokument erstellt am 2018-10-09 16:51:37


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