• vom 12.10.2018, 22:45 Uhr

Fußball


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Am Schluss kam die Belohnung




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  • Österreich siegt daheim gegen defensiv starke Nordiren knapp, aber verdient mit 1:0.

Die Nordiren erwiesen sich für den ÖFB (mit Marko Arnautovic, li.) als harte Nuss. - © apa/Hochmuth

Die Nordiren erwiesen sich für den ÖFB (mit Marko Arnautovic, li.) als harte Nuss. © apa/Hochmuth

Wien. (rel) Es waren seltene Rosen, die Nordirlands Teamchef Michael O’Neill am Tag vor dem Anpfiff ÖFB-Kapitän Marko Arnautovic streute. "Er ist eine große Gefahr für jeden Gegner", meinte er. "Er kann Spiele entscheiden und ist mit seiner Technik und Schnelligkeit ein exzellenter Spieler. Ihn unter Kontrolle zu halten, wird eine schwierige Aufgabe." Dafür bezeichnete der 49-Jährige das Faktum, dass David Alaba beim EM-Qualifikationsspiel am Freitag im Wiener Ernst-Happel-Stadion verletzungsbedingt fehlen würde, als "Bonus" für Nordirland.

Tatsächlich wurde der Ausfall des Bayern-Stars im Nationalteam beklagt, aber das musste nicht ein schlechtes Omen sein. Zuletzt verlor Österreich ohne den 26-Jährigen am 18. November 2014 in einem Test gegen Brasilien. Seither fehlte der Wiener in fünf Länderspielen - und die wurden alle gewonnen, nämlich gegen Russland, Serbien, Moldawien, Uruguay und Luxemburg. So gesehen sollte gegen die Nordiren also alles gut gehen. Allerdings war das, was die ÖFB-Elf da vor 22.300 heimischen Fans in Wien ablieferte, zunächst nicht allererste Sahne.


Arnautovic erlöst in 71. Minute
Was zu Beginn auffiel: Die Elf von Teamchef Franco Foda, der seine Mannschaft auf ein 4-4-2-Modell umgestellt hatte, lief die Nordiren bei Ballverlust nicht sonderlich früh an und ließ zu, dass der Gegner doch einige hohe Bälle in die Spitze spielen konnten - ein Konzept, dass auch die Österreicher wiederholt zur Anwendung bringen wollten, wenn auch ohne Wirkung. Warum es nicht mit Standardsituationen probieren? Einer Ecke, getreten von Valentino Lazaro auf Marcel Sabitzer, etwa. Dass sein Nachschuss, abgelenkt von Jamal Lewis, das nordirische Tor verfehlte, war Glück für die Gäste (15. Minute). Ebenso der indirekte Freistoß, den Arnautovic nach unerlaubter Ballannahme durch Torhüter Bailey Peacock Farrell mit aller Wucht durch die nordirische Mauer zu drücken versuchte (19.). Es sollten noch einige gute Aktionen folgen: Etwa als Robert Zulj den Ball auf Sabitzer super durchsteckte, der Leipzig-Legionär aber beim Zug aufs Tor das Leder unsauber mitnahm und verlor (33.). Oder Stefan Lainer mit einem Haken gleich drei Nordiren aussteigen ließ, den Pass auf Lazaro aber nicht mehr durchbrachte. Die ersten 45 Minuten gehörten den Österreichern, von den Nordiren gab es offensiv kaum Lebenszeichen.

Das sollte sich nach Wiederanpfiff nur kurz ändern, als Paddy McNair nach einem Einwurf plötzlich die Kugel vor die Füße bekam und abzog. Aber Heinz Lindner machte sich lang und kratzte den Ball aus der Ecke (48.). Das war Warnung genug. Jetzt klingelte es im Minutentakt fast auf der Gegenseite: Schüsse von Arnautovic aus 14 Metern (49.), von Sabitzer nach einem Dreher um die eigene Achse (50.) und von Zulj, der aber verzog (51.). Beinahe hätte ein Patzer von Sebastian Prödl alles kaputt gemacht - dass Steven Davis allein vorm Tor die Nerven versagten, war ein Wunder (52.).

Nach Minute 70 und nach wie vor 0:0 rief alles nach einer Wende. Diese brachte aber nicht etwa der bereits an der Linie wartende Marc Janko, sondern Arnautovic - und das hat er sehr cool gemacht. Ein Tor aus dem Nichts: Nach Vorarbeit von Zulj ließ der Kapitän Jonny Evans einfach links liegen und versenkte das Leder (71.). Eine brenzlige Situation (durch Will Grigg gegen die Stange, 84.) sorgte noch einmal für Schrecken, und dann war das 1:0 gerettet: Mit dem Sieg hat der ÖFB seine Chance auf eine EM-Teilnahme wieder erhöht. Mehr aber auch nicht.




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Dokument erstellt am 2018-10-12 22:54:41


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