Salzburg. Red Bull Salzburg hat in der Fußball-Europa-League auch das dritte Spiel gewonnen. Die Roten Bullen feierten am Donnerstag einen überzeugenden 3:0 (1:0)-Heimsieg über Rosenborg Trondheim. Salzburg führt die Gruppe B nun mit neun Punkten vor dem Leipziger Schwesternclub (6), Celtic Glasgow (3) und Trondheim (0) an und liegt vor dem nächsten Spiel am 8. November in Trondheim voll auf Aufstiegskurs.

Munas Dabbur brachte Salzburg nach Flanke des herausragenden Stefan Lainer per Kopf in Führung (34.). Hannes Wolf erhöhte nach schöner Einzelleistung auf 2:0 (53.), Dabbur stellte per Elfmeter auf 3:0 (59.). Für den Israeli war es bereits sein fünftes Tor in dieser Gruppenphase. Salzburg ist nach dieser Machtdemonstration bewerbübergreifend schon 51 Pflichtspiele in der Red Bull Arena ungeschlagen.

Die Mannschaft von Marco Rose erhöhte nach verhaltenem Beginn nach gut zehn Minuten das Tempo. Vor allem über die rechte Seite mit dem groß aufspielenden Lainer setzten die Salzburger den norwegischen Serienmeister zunehmend unter Druck.

Wolf gab den ersten Warnschuss ab (13.), danach blieben auch Zlatko Junuzovic per Freistoß (15.) und Fredrik Gulbrandsen (23.) im Abschluss erfolglos. In der 34. Minute durften die über 20.000 Zuschauer aber jubeln: Nach Flanke von Lainer war Dabbur per Kopf zur Stelle.

Nachdem Torhüter Alexander Walke nach einem Levi-Schuss zur einzigen Parade in der ersten Halbzeit gezwungen war (36.), vergab Gulbrandsen zweimal hochkarätige Chancen (43., 48.). Besser machte es Wolf. Nach mehreren Übersteigern traf er aus spitzem Winkel durch die Beine von Torhüter Andre Hansen zum 2:0.

Wenig später war für Trondheims großen Star der Arbeitstag zu Ende, der völlig abgemeldete Stürmer Nicklas Bendtner sah das dritte Tor schon von der Spielerbank. Nach Foul von Even Hovland an Amadou Haidara an der Strafraumgrenze behielt Dabbur vom Elfmeterpunkt die Nerven. Salzburg ließ auch danach nicht nach, weitere Tore gelangen aber nicht mehr.

Rapid lief bei 0:5 in Villarreal in schwere Niederlage

Für Rapid hat es in der Fußball-Europa League eine schwere Niederlage gesetzt. Die Wiener mussten sich am Donnerstagabend bei Villarreal mit 0:5 (0:3) geschlagen geben und fielen nach dem dritten Gruppenspiel erstmals aus den Aufstiegsrängen. Im vierten Pflichtspiel unter Trainer Dietmar Kühbauer war es die dritte Niederlage für die Grünweißen.

Pablo Fornals (26.), der kaum zu stoppende Karl Toko Ekambi (30.) und ein Eigentor von Mateo Barac (45.) sorgten schon nach der ersten Spielhälfte für klare Verhältnisse. Daniel Raba (63.) und Gerard Moreno (85.) legten nach der Pause nach. Villarreal (5 Punkte) schob sich an Rapid (3) vorbei auf Rang eins, auf Platz zwei liegen punktegleich die Glasgow Rangers (5) nach einem 0:0 gegen Spartak Moskau (2). Der nächste Europa-League-Auftritt von Rapid ist das Rückspiel gegen Villarreal am 8. November in Wien.

In der Bundesliga als Neunter klar hinter dem Plansoll, kassierte Rapid fünf Tage nach dem 0:3 gegen Hartberg international den nächsten Dämpfer. Der Auftritt der Grünweißen in der Kleinstadt nahe Valencia verlief ernüchternd. Dabei wollten die Wiener im Estadio de la Ceramica aus einer kompakten Defensive agieren. Deni Alar war die einzige nominelle Spitze, in der Rückwärtsbewegung machte bei den Hütteldorfern eine Fünferkette dicht. Die Chance, Villarreal zu überraschen, war groß wie nie, dachte man. "El Submarino Amarillo" holte zuletzt zwar ein 1:1 gegen Atletico Madrid, ist aber nur 16. in der Primera Division und schonte Akteure wie den langjährigen spanischen Teamspieler Santi Cazorla (33).

Eine Abwehrschlacht entwickelte sich für Rapid nicht. Schwer machte es sich die Kühbauer-Elf selbst. Richard Strebinger wollte klären, schoss jedoch Ekambi an. Der Ball kullerte am Tor vorbei (8.). Ekambi ließ alleine vor Strebinger dann zweimal (14., 19.) Zielgenauigkeit vermissen, wobei den Aktionen grobe Schnitzer von Rapids Innenverteidigung vorausgingen. Bei seiner dritten Chance - neuerlich war Rapids Abwehr nicht im Bilde - machte es der Kameruner besser. Von Strebinger abgedrängt, legte er für Fornals auf, der volley vollendete.

Rapid war angeschlagen und fing sich das 0:2 ein. Ekambi erwies sich endgültig als Schrecken der grünweißen Abwehr. Mit einem Haken ließ er seine Gegenspieler stehen und schloss knallhart ab. Es hätte vielleicht anders kommen können, hätte Alar bei der einzigen Chance der Wiener in der ersten Spielhälfte besser reagiert. Im Strafraum etwas glücklich an den Ball gekommen, produziert der Angreifer in der 11. Minute nur einen Roller aufs Tor. Viel mehr war offensiv von den Gästen nicht zu sehen. Kurz vor dem Pausenpfiff kam der nächste Rückschlag. Wieder war es Ekambi, der nach einer Flanke per Kopf schneller war als Barac, der den Ball ins Tor ablenkte.

Erinnerungen an das 0:6 bei Valencia im Sechzehntelfinale der Europa League 2016 wurden wach. Kühbauer reagierte, brachte Andrei Ivan für Marvin Potzmann und stellte auf eine Viererkette um. Dem ungeachtet, hätte Ekambi weiter nachlegen können (49.). Valon Berisha musste danach leicht benommen vom Feld, nachdem er unsanft mit dem Hinterkopf auf den Rasen gelandet war.

Villarreal agierte nun im Schongang, traf aber durch Raba noch ein weiteres Mal. Im Finish musste noch Jaume Costa nach einer "Schwalbe" mit Gelb-Rot vom Platz. Der eingewechselte Moreno legte trotzdem noch ein weiteres Tor für die Hausherren nach.

Für Villarreal war es der erste Heimsieg in dieser Saison überhaupt. Vier Tore hatten sie zuvor in Summe in sechs Auftritten zu Hause geschossen. Rapid gelang indes auch im fünfte Europacupspiel in Spanien in Folge (seit 1976) kein Treffer. Ivan hätte die Torsperre in der 90. Minute fast beendet, scheiterte mit einem Volley aber am gegnerischen Torhüter.