Ratlose Rapidler: Stefan Schwab (8) und Mateo Barac (4) nach dem nächsten Debakel in Grün-Weiß. - © apa/Fohringer
Ratlose Rapidler: Stefan Schwab (8) und Mateo Barac (4) nach dem nächsten Debakel in Grün-Weiß. - © apa/Fohringer

Wien. Die Krise von Rapid nimmt immer gewaltigere Ausmaße an. Beim 0:5 am Donnerstag in der Europa League bei Villarreal legten die Hütteldorfer einen beschämenden bis bemitleidenswerten Auftritt hin, der für die kommenden Wochen nichts Gutes verheißt und die maßgeblichen Akteure um Erklärungen ringen ließ. In Dietmar Kühbauer etwa brodelte es ganz offensichtlich. Der Coach hatte nach dem Schlusspfiff Mühe, die Contenance zu wahren. "Ich mache es kurz: Wir haben verdient verloren, aber jedes Wort, das ich jetzt sage, wäre nicht gut. Wenn ich mich in Rage reden würde, wäre das nicht gut", lautete die erste Stellungnahme des 47-Jährigen nach der dritten Niederlage im vierten Spiel seiner Amtszeit.

Kühbauer hatte Anfang Oktober die Nachfolge von Goran Djuricin angetreten, es folgten zumindest halbwegs passable Leistungen bei den Glasgow Rangers (1:3) und daheim gegen Mattersburg (1:0). Dann aber kamen nach der Länderspielpause die Blamagen gegen Hartberg (0:3) und Villarreal. Diesen Rückfall "habe ich definitiv nicht so erwartet. Ich ziehe meine Schlüsse daraus", sagte Kühbauer.

Eine Erkenntnis war, dass die Abfuhr auf mangelnden Mut und viele Eigenfehler, aber nicht auf die von Kühbauer initiierte und zur Pause wieder revidierte Umstellung auf eine Fünferkette zurückzuführen war. "Wenn man nicht als Team auftritt, ist es egal, ob wir eine Fahrradkette, Vierer- oder Fünferkette haben", erklärte Kühbauer. Der Plan, das Zentrum zu schließen und den Spielraum von Villarreal-Spielmacher Pablo Fornals einzuschränken, wurde nicht umgesetzt. "Viele Dinge, die wir besprochen haben, sind nicht eingehalten worden", meinte Kühbauer. Trotzdem verzichtete der Burgenländer auf eine öffentliche Abrechnung. "Es wäre schlimm, jetzt auf die Spieler draufzuhauen, die am Boden sind. Ich muss Worte finden, die die Mannschaft verstehen wird."

Sein Klub sollte in Zukunft lieber einen großen Bogen um Spanien machen. Die jüngsten fünf Auftritte im Land des Weltmeisters von 2010 endeten ohne Torerfolg, als negativer Höhepunkt blieb das 0:6 gegen Valencia im Februar 2016 haften - zumindest bis Donnerstag. Die Darbietung gegen Villarreal war möglicherweise noch erschreckender als jene im Mestalla und hinterließ einen ratlosen Kapitän. "Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen. Für mich ist es unverständlich, wie man nach dem 0:1 so einknicken kann", sagte Stefan Schwab. "Das Spiel in Hartberg war schon ein Tiefpunkt, jetzt ist noch ein größerer." Sollte der Sinkflug nicht gestoppt werden, droht schon bald noch größeres Ungemach: Am Sonntag (14.30Uhr) geht es für den Tabellenneunten daheim gegen das nur drei Punkte entfernte Schlusslicht Admira, danach warten binnen fünf Tagen die traditionell ungeliebten Auswärtsmatches gegen den WAC (Cup) und Altach (Bundesliga).

Schlager Lask vs. Salzburg

Gegen seinen Ex-Klub gibt es am Sonntag nur eine Devise: "Wir müssen punkten. Es gibt keinen Schönheitspreis zu gewinnen, wir müssen wieder in die Spur", sagte Kühbauer. "Deswegen ist es gut, dass wir gleich wieder ein Spiel haben. Andererseits kann ich in der kurzen Zeit nicht so viel tun, wie vonnöten wäre."

Der Schlager der Runde steigt aber am Sonntag (17.30 Uhr) in Pasching, wenn der Dritte Lask Serienmeister Salzburg fordert. Letzterer marschiert nach dem souveränen 3:0-Heimerfolg gegen Rosenborg Trondheim neuerlich schnurstracks Richtung Europa-League-Aufstieg.