Amadou Haidara beim 2:0 für Salzburg. - © APAweb/EXPA,REINHARD EISENBAUER
Amadou Haidara beim 2:0 für Salzburg. - © APAweb/EXPA,REINHARD EISENBAUER

Pasching. Red Bull Salzburg ist gewankt, hat die erste Saisonniederlage aber gerade noch abwenden können. Der überlegene Tabellenführer erkämpfte sich in einem packender Schlager der 12. Runde der Fußball-Bundesliga beim LASK am Sonntag ein 3:3 und hielt den ersten Verfolger zehn Punkte auf Distanz. Für die "Bullen" war es die zweite sieglose Ligapartie in Folge nach dem 1:1 gegen Wacker Innsbruck.

Für die Salzburger lief dank Toren des israelischen Liga-Toptorschützen Munas Dabbur (12./Elfmeter), der zum achten Mal in der laufenden Saison traf, und Amadou Haidara (27.) in der mit 6.100 Zuschauern ausverkauften TGW Arena in Pasching zunächst alles nach Plan. Nach der vermeintlichen LASK-Wende durch Treffer von Gernot Trauner (30.), Thomas Goiginger (45.) und Yusuf Otubanjo (58.) rettete "Joker" Smail Prevljak (84.) den Gästen aber noch einen Punktgewinn. Salzburg ist damit auch nach dem 21. Saison-Pflichtspiel weiter unbesiegt. Die zu Hause weiter ungeschlagenen Linzer hingegen warten in der Liga schon vier Partien auf einen vollen Erfolg, lösten aber St. Pölten auf Rang zwei ab.

Die Gäste hatten deutlich mehr Ballbesitz und waren an Effizienz nicht zu überbieten. Die zweite Chance führte zum zweiten Treffer. Dabbur leitete einen Yabo-Freistoß glücklich zu Haidara weiter, der den Ball aus seitlicher Position ins Eck knallte. Schlager war chancenlos.

Der LASK ließ die Köpfe aber nicht hängen und zeigte eine tolle Reaktion. Einen Michorl-Eckball brachte Trauner per Kopf via Innenstange im Tor der Salzburger unter. Für den 26-jährigen Neo-ÖFB-Teamspieler war es der Premierentreffer in der laufenden Saison. Der gab den Linzern enormen Auftrieb, die Partie war völlig offen, die Hausherren kamen vermehrt in die gegnerische Hälfte.

Ausgleichstreffer 

Der Ausgleichstreffer unmittelbar vor dem Pausenpfiff war der Lohn dafür. Goiginger kam im Strafraum sehr glücklich an den von Yabo abgelenkten Ball und untermauerte in der Folge sein enormes Selbstvertrauen. Der 25-Jährige hämmerte das runde Leder aus sehr spitzem Winkel via Unterkante der Latte ins Netz. Er besserte seine Pflichtspiel-Saisonbilanz damit auf sieben Tore und neun Assists auf.

Die Gastgeber nahmen den Schwung auch in die zweite Hälfte mit, waren aggressiv und mutig. Der Führungstreffer war deshalb nicht überraschend. Stankovic' Faustabwehr bei einem Michorl-Freistoß fiel zu kurz aus und Otubanjo donnerte den Ball Volley ins Eck. Salzburg versuchte in der Folge alles, um die erste Saisonniederlage noch abzuwenden. Bei einem Freistoß von Junuzovic fehlten nur Zentimeter (78.). Sechs Minuten später hatten die Gäste das nötige Glück. Prevljak traf nach Ulmer-Hereingabe aus knapper Abseitsposition zum Ausgleich.

Am Schluss wurde es nochmals hektisch. Trauner kam nach einem rüden Einsteigen gegen Gulbrandsen unverständlicherweise mit Gelb davon. Die Salzburger Bank war aufgebracht und auch die Akteure auf dem Feld. Marin Pongracic sah nach Schlusspfiff wegen Schiedsrichterkritik noch die Rote Karte.

 Rapid kann wieder gewinnen

Rapid kam am Sonntag im Fußball-Bundesliga-Heimspiel gegen die Admira dank Toren von Mario Sonnleitner (31., 62.) zu einem 2:0-Heimsieg und schoben sich damit in der Tabelle auf Platz sieben. Die Südstädter hingegen sind weiterhin Schlusslicht, auf den Elften Altach fehlt ein Punkt.

Rapid-Coach Dietmar Kühbauer nahm im Vergleich zum 0:5 am Donnerstag in der Europa League bei Villarreal fünf Änderungen in der Startformation vor und kehrte zum von den Spielern präferierten 4-2-3-1-System zurück. Diese Maßnahme zeigte zu Beginn Wirkung - die Grün-Weißen diktierten die Partie klar und wurden in der Anfangsphase auch gefährlich.

Nach knapp zwei Minuten landete der Ball im Zuge eines Vorstoßes von Andrei Ivan vor den Füßen von Boli Bolingoli, dessen Volley aus rund sechs Metern ging aber nur ans Außennetz. In der zehnten Minuten flog ein Kopfball von Andrija Pavlovic relativ knapp am Tor vorbei.

Die Admira konnte sich mit Fortdauer der Partie schön langsam befreien und forderte in der 21. Minute vergeblich einen Elfmeter, als Stephan Zwierschitz nach einer Freistoßflanke von Ivan umklammert wurde. So entstand das erste Tor des Spiels durch eine Standard-Situation auf der anderen Seite. In der 31. Minute brachte Christoph Knasmüllner einen Eckball zur Mitte, Pavlovic verlängerte per Kopf und Sonnleitner beförderte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor.

Vier Minuten später prüfte Pavlovic Admira-Goalie Andreas Leitner mit einem Distanzschuss, dann folgte die beste Chance der Admira. Nach Pass von Marco Sahanek zog Seth Paintsil allein Richtung Tor, übersah allerdings den mitgeeilten Marin Jakolis und schoss am langen Eck vorbei (40.).

Die zweite Hälfte verlief lange relativ ereignislos, ehe Sonnleitner zum zweiten Mal zuschlug, und zwar wieder bei einem Corner. Knasmüllner spielte kurz ab auf Murg, dessen Flanke wurde von Manuel Martic per Kopf verlängert und Sonnleitner stellte volley im Fallen auf 2:0. Für den steirischen Innenverteidiger waren es die ersten Bundesliga-Treffer seit Februar 2017 und sein erster Doppelpack überhaupt.

Danach hatte Rapid keine Mühe mehr, den zweiten Liga-Sieg aus den jüngsten sieben Runden sicherzustellen. Die Admira hingegen wartet nun schon seit vier Partien auf einen Sieg und hat von den jüngsten 15 Auswärtsmatches gegen die Hütteldorfer nur eines gewonnen. Zeugen davon wurden 14.600 Fans - dabei handelte es sich um die geringste Zuschauerzahl im Allianz Stadion in dieser Saison.

  WAC besiegte St. Pölten

 Der SKN St. Pölten hat auch sein zweites Spiel unter Neo-Trainer Ranko Popovic verloren. Die Niederösterreicher mussten sich beim WAC mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und könnten den zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga noch am Sonntag an den LASK verlieren. Für die Entscheidung in Wolfsberg sorgte ein Fallrückziehertor von Dever Orgill (55.). Der WAC schob sich dadurch auf Rang vier.

Popovic änderte trotz seines Wunsches nach mehr Ballbesitz auch im zweiten Spiel seiner Amtszeit das System nicht, setzte gegen den Ball in der Defensive auf eine Fünferkette. Der WAC war schon in der Anfangsphase die klar spielbestimmende Mannschaft, ließ aber zahlreiche Großchancen ungenutzt. Alleine Marc Andre Schmerböck fand mehrere hochkarätige vor, scheiterte aber nach sehenswerter Vorarbeit von Michael Liendl (11.) ebenso wie nach einer Flanke von Michael Novak, als SKN-Torhüter Christoph Riegler bei seinem Volley aus kurzer Distanz eine unglaubliche Parade zeigte (17.).

Dazwischen setzte Mario Leitgeb nach einem Corner noch einen wuchtigen Kopfball an die Latte (11.). Nach einem abgefälschten Versuch von Schmerböck rettete Riegler vor dem einschussbereiten Orgill (18.). Im Lauf des Spiels setzte Regen ein, die wankenden St. Pöltner erfingen sich etwas. Pak Kwang-ryong prüfte mit einem Fernschuss Alexander Kofler (39.), auch Taxiarchis Fountas klopfte beim WAC-Torhüter an (44.).

Nach Seitenwechsel schlug Orgill in sehenswerter Manier zu. Der Jamaikaner, aus abseitsverdächtiger Position gestartet, bugsierte in seinem 50. Bundesliga-Spiel eine Flanke von Liendl nach einem Ballverlust der St. Pöltner in der eigenen Hälfte akrobatisch ins Netz. Der WAC kontrollierte das Spiel, Lukas Schmitz zwang Riegler am kurzen Eck neuerlich zu einer starken Abwehr (73.).

Auf der Gegenseite wurde Rene Gartler bei Kofler vorstellig (84.), echte Gefahr strahlte St. Pölten aber auch nach einer Umstellung auf ein offensiver ausgerichtetes 4-4-2 nicht aus. Nach einem Ringkampf im WAC-Strafraum blieb die Pfeife von Schiedsrichter Julian Weinberger stumm (87.). Stattdessen zeigte er SKN-Verteidiger Sandro Ingolitsch wegen wiederholten Foulspiels im Finish Gelb-Rot (89.).

Der WAC beendete zum Start der Rückrunde des Grunddurchganges eine Serie von zuletzt drei Spielen ohne Sieg. St. Pölten dagegen hat seit dem Abgang von Trainer Dietmar Kühbauer weiter kein Tor erzielt. In den drei Partien im Oktober gab es nur einen Punkt. Die nächste Chance auf ein Erfolgserlebnis gibt es im Cup-Achtelfinale am Mittwoch beim Zweitligisten SV Lafnitz. Die Wolfsberger empfangen ebenfalls am Mittwoch im Cup-Schlager Rapid.