• vom 09.06.2018, 11:01 Uhr

Fußball-WM 2018


Fußball-WM

Minimalziel Achtelfinale









  • Bisher hat Russland erst bei einem Großereignis, bei der EM 2008, die Vorrunde überstanden. Geschichte wurde dennoch geschrieben.

Moskau. (art) Sieben Spiele, kein Sieg. Die Vorzeichen für die russische Nationalmannschaft für ihre Heim-WM könnten besser sein. Noch gibt sich Stanislaw Tschertschessow, der sein Amt als Teamchef der Sbornaja im August des Vorjahres angetreten war, nicht beunruhigt.

Das 1:1 gegen die Türkei bei der Generalprobe am Dienstag war vom Ergebnis her immerhin ein Fortschritt. Nach drei Niederlagen gegen Brasilien (0:3), Frankreich (1:3) und Österreich (0:1) in den ersten drei Testspielen dieses Jahres war das allerdings kein allzu großes Kunststück.


Doch der ehemalige Tirol-Tormann und -Trainer weiß: Verpasst seine Mannschaft, die zum Auftakt am kommenden Donnerstag gegen Saudi-Arabien antritt und es danach in der eher einfach eingeschätzten Gruppe A mit Ägypten und Uruguay zu tun bekommt, das von der Regierung als Minimalziel ausgegebene Achtelfinale, dürfte seine Ära Geschichte sein - und ihn dasselbe Schicksal ereilen wie vielen Trainern seit dem Sensations-Halbfinale bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz.

Allein dieser Umstand zeigt, wie weit in Russland, das sich selbst als Sport-Großmacht sieht, Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Denn dieses Ergebnis war der bisher einzige Ausreißer nach oben. Bei sämtlichen anderen Großereignissen, an denen man teilnahm, scheiterte man schon in der Vorrunde: bei den Weltmeisterschaften 1994, 2002 und 2014 ebenso wie den Europameisterschaften 1996, 2004 und 2016. Kurioserweise hält Russland dennoch einen Weltrekord: Oleg Salenko schrieb bei der WM 1994 Geschichte, indem er beim 6:1 gegen Kamerun als erster Spieler fünf Treffer in einer WM-Partie erzielte. Mit insgesamt sechs Toren krönte er sich gemeinsam mit Hristo Stoitschkow zum einzigen WM-Schützenkönig, der schon in der Vorrunde ausschied.

Besser machen sollen es jene 23 Männer, die Tschertschessow zusammengezogen hat. Sie spielen bis auf Tormann Wladimir Gabulov (Club Brügge) und Mittelfeldakteur Denis Tscheryschew (Villarreal) allesamt in der russischen Liga, je fünf von von ihnen bei den Großvereinen ZSKA Moskau und Zenit St. Petersburg, während Meister Lok Moskau nur zwei Akteure im Kader hat. "Das ist die Auswahl des Trainers, wir sollten ihm vertrauen", sagt Vizeregierungschef Witali Mutko.




Schlagwörter

Fußball-WM, WM 2018, Russland

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-08 14:19:18
Letzte Änderung am 2018-06-08 16:02:14



Werbung



WM-Tagesprogramm


Abseits

Noch schneller, besser und höher?

Wenn man Ski-Superstar Marcel Hirscher so beim Reden zuhört, gewinnt man den Eindruck, es mit zwei Persönlichkeiten zu tun zu haben... weiter







Werbung