• vom 09.06.2018, 09:00 Uhr

Fußball-WM 2018

Update: 11.06.2018, 11:21 Uhr

Fußball-WM

Geld und Spiele




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Von Tamara Arthofer

  • Korruptionsskandal hin, politische Wickel her - die Geschäfte im Fußball laufen vor der WM 2018 wie geschmiert.



Von Präsident zu Präsident: Gianni Infantino (l.) und Wladimir Putin.

Von Präsident zu Präsident: Gianni Infantino (l.) und Wladimir Putin.© M. Shemetov/Reuters Von Präsident zu Präsident: Gianni Infantino (l.) und Wladimir Putin.© M. Shemetov/Reuters

Moskau/Wien. Der 27. Mai 2015 schien alles zu ändern: Das Nobelhotel Baur au Lac in Zürich, in dem sich das Who is Who der Fußball-(Funktionärs-)Welt begeben hatte, um den Fifa-Kongress über die Bühne zu bringen, wird von der Polizei bei einer Razzia auf den Kopf gestellt, mehrere Topfunktionäre und Partner des Weltverbandes Fifa werden festgenommen. Mittlerweile wurde und wird gegen viele von ihnen juristisch vorgegangen, die Enthüllungen über Korruption und Geldwäsche haben den Fußball erschüttert. Dabei sind diese alles andere als neu. Schon Mitte der 2000er-Jahre war bei der juristischen Aufarbeitung der Pleite der Sportvermarktungsagentur ISL bekannt geworden, dass beim Vertrieb von Medienrechten mehr als 100 Millionen Dollar an Schmiergeld geflossen sind. Neu ist allerdings die Härte, mit der die Behörden - auf Betreiben der US-Justiz - dagegen vorgehen. Zudem steht die Fifa seit der von Bestechungsvorwürfen begleiteten Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar in der Öffentlichkeit in der Kritik. Das Kartenhaus Fifa steht, so hat es zumindest den Anschein, vor dem Zusammenbruch.

Heute, knapp drei Jahre danach und wenige Tage vor der Weltmeisterschaft in Russland, haben sich die Kassandrarufe als verfrüht erwiesen. Zwar sind die führenden Köpfe von damals ausgetauscht, ist nun nicht mehr das Exekutivkomitee, das seinen speziellen Ruf dank den Umtrieben vieler Mitglieder nicht los wurde, sondern der Council für die wesentlichen Entscheidungen zuständig - doch große Reformen, sieht man von der Aufstockung der WM auf 48 Mannschaften ab 2026 ab, hat auch Gianni Infantino als Nachfolger von Langzeit-Präsident Joseph Blatter nicht vorangebracht. Im Gegenteil: Kritiker werfen dem Italo-Schweizer vor, sich unangenehmer Gegner ganz in Blatters Tradition nonchalant zu entledigen und den Fußball mit windigen Geschäften dem Ausverkauf preiszugeben. Auch die Hoffnung mancher, der Druck der Sponsoren würde ein Umdenken herbeiführen, erfüllte sich nicht. Bei den meisten blieb es bei mahnenden Worten, einige stiegen aus, andere wiederum ein.

Aktuell hält die Fifa bei den sieben Hauptpartnern Adidas, Coca Cola, Gazprom, Hyundai, Qatar Airways, Visa und der chinesischen Wanda-Group. Auch deshalb ist man bei der Fifa zuversichtlich, den laufenden Vierjahreszyklus deutlich positiv abzuschließen, obwohl man 2016 angesichts der bisher größten Krise sowie den Prozesskosten erstmals seit 13 Jahren einen Verlust verkünden musste. Im Jahr der WM sei "mit einem erheblichen Überschuss" zu rechnen, heißt es im Finanzbericht aus dem Vorjahr.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-08 16:37:18
Letzte Änderung am 2018-06-11 11:21:36



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