• vom 12.06.2018, 16:40 Uhr

Fußball-WM 2018


Fußball-WM

Couch Potatos im WM-Stress gefährdet




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  • Gesundheitstipps vor dem Passivsport-Highlight des Jahres: Obacht vor zu viel Alkohol und allzu aufregenden Spielen.

Wien. Gesundheitsratschläge vor sportlichen Großereignissen haben im Angesicht der Fußball-WM wieder Saison. Vor allem gewarnt wird vor Bier-Exzessen vor dem TV-Bildschirm, wenn die Kicker ab Donnerstag in Russland nicht nur um ihr Leiberl, sondern vor allem um Ruhm, Ehre und um den WM-Pokal laufen. Stress erhöht jedenfalls das Herz-Risiko.

Wer als Couch Potato während der Fußball-WM Hunderte Stunden vor dem Fernseher sitzt, lebt auf jeden Fall ungesund. Jede Stunde Fernsehen pro Tag steigert - wie der Sozialmediziner Thomas Dorner bereits vor vier Jahren anlässlich der Weltmeisterschaft in Brasilien erklärte - das Mortalitätsrisiko um vier Prozent. Der intensive TV-Konsum hat diesen Effekt aber langfristig, nicht nur zu Fußball-Hochzeiten oder zu Olympischen Spielen.


Ganz anders ist das laut mehreren wissenschaftlichen Studien bei akuten Herzproblemen während derartiger Großveranstaltungen, vor allem bei der Herzinfarkt-Frequenz unter den Fans. Im Jahr 2002 waren von Schweizer Kardiologen während der Fußball-WM um 60 Prozent mehr Todesfälle infolge von akuten Herzproblemen als sonst registriert worden. Im Dezember 2002 publizierten Wissenschafter im "British Medical Journal" eine Studie, wonach am Tag des Spiels England gegen Argentinien während der Weltmeisterschaft des Jahres 1998 (Achtelfinale) in Großbritannien um 25 Prozent mehr Menschen mit Herzinfarkten ins Spital kamen. Kein Wunder, scheiterten die Three Lions damals wieder einmal im Elferschießen.

Anfang 2008 veröffentlichten Mediziner des Universitätsklinikums München-Großhadern im "New England Journal of Medicine" (Band 358, S. 475) eine Studie, wonach bei der WM 2006 das Risiko für Männer für einen tödlichen Herzinfarkt vor dem TV-Schirm auf das 3,26-Fache, bei Frauen immerhin auch noch auf das 1,82-Fache stieg. Die meisten Notfälle ereigneten sich in den ersten zwei Stunden nach dem Beginn des Spiels, berichten die Mediziner.

Österreichs Fußballfans zeigten sich 2008 während der Europameisterschaft in Wien allerdings ziemlich infarktresistent. Als am 16. Juni jenes Jahres die österreichische Mannschaft im Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen Deutschland ein 0:1 kassierte und damit den Aufstieg ins Viertelfinale verpasste, wurden in Wiener Kliniken eher weniger als mehr Patienten mit akutem Herzinfarkt behandelt.

Deutsche Alk-Vergiftungen
Ganz anders sieht es beim sogenannten Substanzgebrauch - legalerweise eben beim Alkohol - zu WM-Zeiten aus. Steht das DFB-Team bei Weltmeisterschaften auf dem Platz, häufen sich in Deutschland die Alkoholvergiftungen. Das zeigte eine Analyse der Krankenversicherung DAK für die WM-Turniere 2006 und 2010. Bei Spielen der Deutschen kamen demnach 15 Prozent mehr Patienten mit Alkoholvergiftungen in die Kliniken als an durchschnittlichen Tagen. Während nach Auswertung der Krankenhausdaten an normalen Tagen im Schnitt 40 Alkoholvergiftungen behandelt wurden, waren es bei den Weltmeisterschaftsspielen 46 Fälle pro Tag. In dieser Untersuchung fanden sich allerdings keine Belege dafür, dass spannende Fußballspiele schlecht für das Herz sind. Im Gegenteil: In den Kliniken wurden laut DAK 20 Prozent weniger Patienten mit der Diagnose Herzinfarkt aufgenommen, wenn die deutsche Mannschaft auf dem Platz stand.

Experten von der MedUni Wien empfehlen jedenfalls auch für die kommenden Fußball-Wochen vor allem Wasser als Getränk - oder zumindest mit Wasser aufgespritzte Obstsäfte. "Das gesündeste Getränk ist und bleibt Wasser", wurde Ernährungswissenschafterin Maria Wakolbinger am Dienstag in einer Aussendung zitiert. Wer aber dennoch nicht auf Geschmack bei Getränken verzichten wolle, sollte aus gesundheitlicher Sicht Limonaden und Fruchtsäfte mindestens im Verhältnis eins zu drei aufspritzen. Ähnliches gelte für den "sauren Radler" mit Mineralwasser und Bier.

An einigen Tagen der WM finden drei Spiele an einem Tag statt. Wer statt Limonade oder purem Fruchtsaft beim TV-Konsum Gespritztes zu sich nimmt, spart dabei enorm an Kalorien. Wakolbinger: "Ein halber Liter Limonade hat im Schnitt etwas mehr als 200 Kalorien beziehungsweise 18 Zuckerwürfel. Mischt man das im Verhältnis eins zu drei, sind das demnach bei gleicher Menge nur noch 50 Kalorien beziehungsweise fünf Zuckerwürfel." Gewöhnt man sich an gespritzte Getränke, wird sich auch der Geschmack längerfristig umstellen - und damit ein gesundheitlich sogar positiver WM-Effekt einstellen.




Schlagwörter

Fußball-WM, Gesundheit

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Dokument erstellt am 2018-06-12 16:46:19



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