Christine Friedreich im Moskauer Luschniki-Stadion. - © Privat
Christine Friedreich im Moskauer Luschniki-Stadion. - © Privat

Moskau. Österreichs Fußball-Team hat zwar die Qualifikation nicht geschafft, dennoch ist auch Rot-Weiß-Rot bei der Fußball-WM an den Spielstätten präsent. Die Wiener Unternehmerin Christine Friedreich (35) hat ihr ständiges Spielfeld in allen Stadien. Dort regiert die Managerin im jeweiligen VIP-Bereich. Auch ohne Schiedsrichter-Prüfung tanzen im Hintergrund der Promi-Tribünen alle nach ihrer Pfeife. Friedreich ist für die Qualität von Service, Speis und Trank im Herzen der Stadien zuständig. "Hospitality-Managerin" nennen die Veranstalter ihre Funktion. Sie selbst beschreibt sich lieber als "Botschafterin für österreichische Gastlichkeit".

Wo immer der russische Präsident Wladimir Putin, seine Ehrengäste aus aller Welt oder die Spitzen des Weltfußballverbandes auftreten, sorgt Christine Friedreich aus dem Hintergrund heraus für Wohlbefinden. Das reicht von der rechtzeitigen Ausbildung des Personals für alle vorgesehenen und unvorhergesehenen Fälle, die Qualitätskontrolle der Nahrungsmittel über die Festlegung der Dekoration bis zur letzten Serviettenspitze.

Die Qualifikation für die WM-Teilnahme beim großen Spiel der Mächtigen im Zentrum hat die gebürtige Niederösterreicherin mühelos geschafft. Internationale Fußballfunktionäre, die sie schon von früheren Sport-Veranstaltungen wie der Fußball-EM in Wien 2008 her kannten, holten die Qualitätsmanagerin als "Hospitality Consultant" sehr spät gleichsam zu Hilfe. Es galt kurzfristig Not an richtigen Frau zu beheben und zu retten, was nach der WM-Gruppenauslosung im Dezember noch zu retten war. Seither ist Friedreich in Russland mit an Bord. Denn bei der Bestimmung der Gruppenauswahl "gab es ein wirklich schockierendes Catering und eine ganz schlimme Dekoration". Also wurde Friedreich zur Lösung des Problems angeheuert und tourt seither wochenlang zwischen Wien und den zwölf russischen Stadien hin und her.

Sie entwickelte für die VIP-Bereiche Design-Konzepte, Personalpläne, "Guidelines", Beratungspakete und Schulungsprogramme. Als langjährige Lektorin von Tourismuseinrichtungen (darunter die FH Krems und einer Universität in Aserbaidschan) investierte sie vor allem in die Ausbildung. Dabei hatte sie personell keinerlei Spielraum. Denn alle Lösungen müssen nach den Vorgaben der Veranstalter ausschließlich mit lokalem Personal gefunden werden.

Seither gibt es für Christine Friedreich oft nur vier Stunden Schlaf täglich. Aber nicht ohne Erfolg. Bisher konnte sie überall erfolgreich "für den richtigen Standard und professionelle Ordnung sorgen", wie sie erzählt.