• vom 12.06.2018, 16:41 Uhr

Fußball-WM 2018


Fußball-WM

Nicht nur Messi und Ronaldo




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  • Russland sucht den Superstar, der nicht unbedingt ein mehrfacher Weltfußballer sein muss.

Harry Kane.

Harry Kane.© reuters/D. Staples Harry Kane.© reuters/D. Staples

Wien. Die größte Bühne der Fußball-Welt eröffnet den Stars wieder die Möglichkeit, zu glänzen. Bei der WM-Endrunde wollen jedoch nicht nur alte Bekannte wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Neymar ihr Können unter Beweis stellen. War es vor vier Jahren in Brasilien der Kolumbianer James Rodríguez, sind in Russland andere erpicht, sich für Höheres zu empfehlen.

Bei der WM 2014 war Argentiniens Superstar Messi als Spieler des Turniers mit dem goldenen Ball ausgezeichnet worden. Die Torjägerkrone holte sich Rodríguez mit sechs Treffern. Seine Kolumbianer scheiterten zwar im Viertelfinale, der Mittelfeldmann wechselte wenige Wochen später um 80 Millionen Euro von Monaco zu Real Madrid.


Rodríguez’ Aufstieg ist dennoch atypisch. Zumeist drücken Spieler der WM den Stempel auf, die den Durchbruch geschafft haben beziehungsweise in den Notizbüchern der Scouts schon groß vermerkt sind. Beste Spieler oder Torschützenkönige kommen auch zumeist aus Mannschaften, die in der K.o.-Phase zumindest das Viertelfinale erreicht haben. 1994 holte der Russe Oleg Salenko mit sechs Toren die Torjägerwertung, obwohl die Osteuropäer bereits nach der Gruppenphase gescheitert waren - eine Ausnahme.

Robert Lewandowski.

Robert Lewandowski.© afp/A. Iwanczuk Robert Lewandowski.© afp/A. Iwanczuk

So werden es auch der um seine Fitness kämpfende Mohamed Salah und Robert Lewandowski schwer haben, sich in die WM-Geschichtsbücher einzutragen. Der in der Premier League in dieser Saison schier unaufhaltsame Liverpool-Angreifer gilt mit Ägypten als Außenseiter auf den Aufstieg, der Bayern-Profi darf mit Polen das Achtelfinale zumindest erhoffen. Abhängig sind beide Mannschaften von ihren Stars. So hat Polen seit der EM 2016 in allen fünf Partien, in denen Lewandowski kein Tor erzielte, auch nicht gewonnen.

Antoine Griezmann.

Antoine Griezmann.© Ph. Desmazes Antoine Griezmann.© Ph. Desmazes

Als wahrer Protagonist einer Endrunde darf sich ein Akteur eigentlich nur dann fühlen, wenn er die Mannschaft auch zum Titel geführt hat. Pelé gelang dies mit Brasilien 1958 und 1970, 1962 verfolgte er den Triumph als verletzter Akteur. Diego Maradona holte mit Argentinien 1986, Zinédine Zidane mit Frankreich 1998 den Pokal. Messi vergab diese Chance 2014 durch die Finalniederlage gegen Deutschland.

Ronaldos Portugal Außenseiter
Da sich der zweifache Weltmeister mit Problemen durch die Qualifikation plagte, gilt Messi nun nicht unbedingt als Finalkandidat. Auch Cristiano Ronaldos portugiesisches Team zählt in Russland nicht zum engsten Favoritenkreise. Der wiedergenese Neymar mit Brasilien schon. Auch sein Mannschaftskollege Gabriel Jesus von Manchester City hat die Anlagen, für den Rekordweltmeister viele Treffer zu erzielen.

Bei England hat Tottenham-Stürmer Harry Kane das Potenzial, dem Turnier seinen Stempel aufzudrücken, bei Frankreich ist es Antoine Griezmann. Der Angreifer von Atlético Madrid war bereits bester Spieler der EM 2016. Spanien gilt nach der Enttäuschung in Brasilien wieder als ernstzunehmender Kontrahent, die Iberer haben jedoch keinen klassischen Torjäger in ihren Reihen. Am ehesten wäre dies noch Atléticos Diego Costa.

Für Titelverteidiger Deutschland war bei den beiden vergangenen Weltmeisterschaften Thomas Müller schussgewaltig. Der Bayer war 2010 in Südafrika Torschützenkönig, auch 2014 traf er fünfmal. Seine bisher zehn Treffer machen den 28-jährigen Müller zum erfolgreichsten aktiven WM-Torschützen. Rekordhalter ist sein Landsmann Miroslav Klose, der in den vier Turnieren von 2002 bis 2014 insgesamt 16-mal zugeschlagen hat.




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Fußball-WM, Stars

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Dokument erstellt am 2018-06-12 16:46:29



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