• vom 14.06.2018, 16:38 Uhr

Fußball-WM 2018

Update: 14.06.2018, 20:52 Uhr

Fußball-WM

Er spielt, er spielt nicht, er spielt




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  • Der Einsatz von Ägyptens Star Mohamed Salah gegen Uruguay am Freitag wurde zur Zitterpartie.

Alles blickt am Freitag in Jekaterinburg auf Mo Salah.

Alles blickt am Freitag in Jekaterinburg auf Mo Salah.© afp/Desouki Alles blickt am Freitag in Jekaterinburg auf Mo Salah.© afp/Desouki

Jekaterinburg/Wien. (may) Von einem Bösewicht zum nächsten: Den letzten Auftritt im Dress seines Klubs FC Liverpool hatte Mohamed Salah beim Champions-League-Finale Ende Mai, als er von Real-Verteidiger Sergio Ramos gen Boden gezogen wurde und sich dabei so schwer an der Schulter lädierte, dass das Endspiel schon nach 30 Minuten gelaufen war. Der Spanier avancierte damit - auch durch seinen Ellbogencheck gegen Goalie Loris Karius samt anschließendem Twitter-Hohn ob dessen Gehirnerschütterung, die die beiden Blackout-Tore bedingt hätte - zum Buhmann.

Kaum betrat Salah dieser Tage wieder die Bühne der Weltöffentlichkeit, tat er dies an der Seite des brutalen und despotischen Machthabers der Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow. Nach einer gemeinsamen Autofahrt schlenderte Salah nett lächelnd neben dem Potentaten durchs Stadion von Grosny, wo das ägyptische Team sein WM-Quartier aufgeschlagen hat. Eine verstörende Aktion, die dem Neo-Superstar der Reds, der in seinem Heimatland kultisch verehrt wird, viel Kritik eingebracht hat. Anders als bei den beiden türkischstämmigen DFB-Kickern Ilkay Gündogan und Mesut Özil, die sich kürzlich mit dem nicht minder umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan präsentierten, wird es dafür wohl keine Pfiffe aus den eigenen Reihen geben. Zumal den Fans sowieso nur die Sorge plagt, ob ihr verehrter Nationalheld am Freitag (14 Uhr) überhaupt zum Gruppe-A-Duell gegen Uruguay einlaufen kann.


Allgemein erwartet wird, dass der treffsichere Stürmer in der Startelf noch fehlen wird, da Ägyptens Coach Hector Cuper in der ersten WM-Partie nach 28Jahren Absenz (Italien 1990) nichts riskieren will. Denn in der vermeintlich leichtesten WM-Gruppe sind Russland und Saudi-Arabien die übrigen Kontrahenten. Russland gewann das Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien mit 5:0, Uruguay gilt als Favorit auf Platz eins.

Cuper weiß um die Stärke des Gegners. "Aber unsere Spieler sind enthusiastisch und haben das Verlangen, alles zu geben", betonte der Argentinier. Doch die letzten Tests zeigten, dass Ägypten ohne seinen Star die offensive Durchschlagskraft fehlt - 0:3 gegen Belgien, 0:0 gegen Kolumbien und 1:1 gegen Kuwait. Der am Freitag seinen 26.Geburtstag feiernde Angreifer kehrte zwar am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurück, doch wirklich aussagekräftig war das nicht. Und danach herrschte strenge Geheimhaltung. "Sollte er nicht zur Verfügung stehen, haben wir einen Plan B, genauso wie Argentinien, wenn sie ohne Messi spielen", so Cuper. Ägypten sei "nicht von einem einzelnen Spieler abhängig", behauptete er. Es wurde spekuliert, dass Salah gegen Uruguay eingewechselt werden könnte, wenn der Spielverlauf es verlangt.

Top-Duo Cavani & Suárez
Offen war auch, für wen sich Cuper im Tor der Pharaonen entscheidet. Der 45-jährige Essam El-Hadary wäre bei einem Einsatz der älteste Akteur, der jemals bei einer WM zum Einsatz gekommen ist. Derzeit hält Faryd Mondragon den Rekord. Der ehemalige Torhüter war zwei Jahre jünger, als er bei der Endrunde 2014 das Gehäuse Kolumbiens hütete.

Beginnt El-Hadary, darf er sich auf einen arbeitsreichen Abend einstellen. Denn die Mannschaft von Langzeit-Teamchef Óscar Tabárez (seit 2006) vertraut auf die schlagkräftige Stürmerachse in Form von Luis Suárez und Edinson Cavani. Cavani hat in der abgelaufenen Saison 28 Ligatore für Paris St.-Germain erzielt, Suárez 25 für Barcelona. Das Duo spielt auch gemeinsam im Nationaltrikot gut zusammen, da Suárez eher als hängende Spitze hinter Cavani agiert. Im Mittelfeld baut die Celeste auf laufstarke Spieler, die Abwehr ist eingespielt. Kapitän Diego Godin bildet auch auf Klubebene mit José Maria Giménez bei Atlético ein starkes Gespann in der Innenverteidigung.

Laut Giménez wird die Partie gegen die Nordafrikaner die wichtigste. "Weil sie den Ton angibt, was danach folgt." Der WM-Vierte von 2010 will heuer jedenfalls ein besseres Bild abgeben als vor vier Jahren: In Brasilien scheiterten die Uruguayer im Achtelfinale an Kolumbien - nach der unrühmlichen Beißattacke von Suárez, die diesen zum Bösewicht der WM 2014 machte.




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Dokument erstellt am 2018-06-14 16:43:26
Letzte Änderung am 2018-06-14 20:52:26



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Wenn jemand die Geste markenrechtlich geschützt hätte (so dies überhaupt möglich ist), hätte die Fifa bei dieser Weltmeisterschaft ordentlich zu... weiter







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