• vom 09.07.2018, 20:01 Uhr

Fußball-WM 2018

Update: 10.07.2018, 09:13 Uhr

Fußball-WM

Spanische Weichenstellungen




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Luis Enrique und José Francisco Molina sollen als Trainer und Sportdirektor den Umbruch leiten.

Neo-Teamchef Luis Enrique.

Neo-Teamchef Luis Enrique.© Reuters/Giorgio Perottino Neo-Teamchef Luis Enrique.© Reuters/Giorgio Perottino

Madrid. Rund eine Woche nach dem Achtelfinal-Ausscheiden hat Spanien die Weichen für die Zukunft gestellt. Wie der Verband RFEF am Montag mitteilte, wird der frühere Torhüter José Francisco Molina neuer Sportdirektor und Ex-Barcelona-Trainer Luis Enrique neuer Teamchef. Fernando Hierro war nach dem gegen Russland verlorenen Elfmeterschießen zurückgetreten und wollte auch nicht mehr in sein ursprüngliches Amt als Sportdirektor zurückkehren. Er war erst zwei Tage vor dem Auftaktspiel der Spanier für Julen Lopetegui eingesprungen, der seinen Posten verloren hatte, nachdem Real Madrid ihn - ohne vorherige Einbindung des Verbandes - für die Zeit nach der WM als Trainer präsentiert hatte.

Enrique soll auch die immer wieder aufbrechenden Gräben innerhalb der Mannschaft zuschütten, schließlich hat er in seiner Karriere sowohl für Real Madrid als auch für den FC Barcelona gespielt. Als Trainer fing er bei Barcelonas B-Mannschaft an, ehe er nach Stationen bei der AS Roma und Celta Vigo zum Chefcoach der Katalanen ernannt wurde. In seiner ersten Saison holte der Klub 2015 das Triple aus nationaler Meisterschaft, Copa del Rey und Champions League. Im Sommer des Vorjahres legte er sein Amt nach drei Saisonen mit insgesamt neun Titeln nieder. Beim spanischen Verband erhielt er einen Zweijahresvertrag bis zur EM 2020.


Der 48-Jährige sei die "Idealbesetzung", schwärmte Verbandspräsident Rubiales. Der künftige Nationalcoach habe besser bezahlte Jobs nicht angenommen, um Spaniens Auswahl betreuen zu können. "Er erfüllt alle Voraussetzungen, nach denen der Verband gesucht hat."

Wie Rubiales erklärte, wird der Vertrag mit Enrique eine Ablöseklausel enthalten, damit sich die "Affäre Lopetegui" nicht wiederholt. Seit 2017 war Enrique, der als Aktiver für Sporting Gijon, Real Madrid und Barcelona gespielt hatte, ohne Job. Sein erstes Spiel als spanischer Teamchef wird das Auswärtsspiel in der Nations League am 8. September in England sein.

Dem spanischen Nationalteam steht ein Umbruch bevor. Andrés Iniesta beendete mit dieser WM seine internationale Karriere. Gemeinsam mit Gerard Piqué, Sergio Ramos, Sergio Busquets und David Silva war er bei dieser WM einer von fünf Spielern, die schon beim Triumph 2010 dabei waren. Busquets wird als jüngster davon noch im Juli 30 Jahre alt, weitere Rücktritte sind gut möglich. "Wir wissen nicht, ob es für einige die letzte WM war", hatte Ramos, der sich über seine eigene Zukunft nicht geäußert hat, nach dem Ausscheiden gemeint.

Dass man Grundsätzliches am Spielstil ändern werde, ist laut Molina aber nicht zu erwarten, wie er bei seiner Präsentation sagte. Der 47-jährige Ex-Nationaltorwart spielte bis 2007 als Profi unter anderem in seiner Heimatstadt Valencia. Seine besten Jahre erlebte er als Keeper von Atlético Madrid (1995 bis 2000) und Deportivo La Coruña (2000 bis 2006). Mit den Madrilenen holte er 1996 das Double aus Meisterschaft und Cup. Für Spanien bestritt Molina neun Länderspiele. Bei den Europameisterschaften 1996 und 2000 stand er ebenso wie bei der WM 1998 im Kader. Als Trainer war er unter anderem bei Villarreal, beim SC Kitchee in Hongkong und zuletzt bei Atlético San Luis in Mexiko tätig.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-09 17:38:00
Letzte Änderung am 2018-07-10 09:13:52



Werbung



WM-Tagesprogramm


Abseits

Wer tief gefallen ist, hat leicht steigen

Während in Österreich über die U21 gejubelt wird, freut sich auch Fußball-Deutschland - über ein 2:2 gegen die Oranje... weiter







Werbung