• vom 11.07.2018, 23:16 Uhr

Fußball-WM 2018

Update: 11.07.2018, 23:24 Uhr

Fußball-WM

Ein kroatischer Kraftakt




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  • Kroatien steht nach dem 2:1 erstmals in einem WM-Finale.

Der Moment der Wende: Peri i erzielt den Ausgleich zum 1:1.

Der Moment der Wende: Peri i erzielt den Ausgleich zum 1:1.© reuters/Darren Staples Der Moment der Wende: Peri i erzielt den Ausgleich zum 1:1.© reuters/Darren Staples

Moskau. (klh) Eine Melodie hatte England wieder erobert: Football`s coming home, das Lied der Heim-Europameisterschaft 1996. Der Song handelt ja von zweierlei: Von dem Traum, dass der Fußball in sein Mutterland mit einem Titel zurückkehrt. Aber auch von der Vergeblichkeit, weil es England eh, wie so oft in der Vergangenheit, wieder vergeigt. Geblieben ist nach dem Halbfinale gegen Kroatien, wieder einmal, die Vergeblichkeit: England hat es, wieder einmal, vergeigt.

Und die Engländer sind wieder einmal mit all dem Pathos gescheitert, das ihr Ausscheiden auch in der Vergangenheit so oft begleitet hat. Ein Spiel, das das Team von Gareth Southgate scheinbar im Griff hatte, hat es wieder aus der Hand geben.


Träumen können hingegen die Kroaten: Der junge Staat, in dem es offenbar so viele talentierte Kicker wie Meeresbuchten gibt, steht erstmals in einem WM-Finale und fordert am Sonntag Frankreich. Die Kroaten haben in einem wahren Kraftakt die Engländer niedergerungen und nach Verlängerung mit 2:1 in einem hochdramatischen Spiel gewonnen.

Das Spiel begann gleich mit einem Paukenschlag: In der fünften Minute erzielte England das 1:0. Und zwar durch Verteidiger Kieran Trippier, der einen Freistoß direkt und mit einem wunderschönen Heber über die kroatische Mauer verwandelte. Der direkte Freistoß hatte übrigens noch gefehlt. Tor nach Eckball, Elfmeter oder Freistoßflanke, das alles hatten die Standardspezialisten aus England bei dieser WM bereits zuvor gezeigt.

Das Foul, das zu dem Freistoß geführt hatte, war unglücklich, oder, wenn man so will, unnötig. Luka Modrić hatte Dele Alli von hinten gelegt, obwohl die kroatische Innenverteidigung ohnehin zur Absicherung noch vor Alli stand. Die Aktion war bezeichnend dafür, wie Kroatiens Kapitän zunächst überhaupt nicht ins Spiel fand.

Wie überhaupt fast die gesamte kroatische Mannschaft sich schwer tat: Die Kroaten wirkten müde, wie die Beine nach zwei Verlängerungen samt Elfmeterschießen auch sein mussten. Eine Szene war bezeichnend für das Spiel der Kroaten in der ersten Halbzeit: Als der noch umtriebigste Akteur Ante Rebić Englands Torhüter Jordan Pickford attackierte und seine Mitspieler aufforderte, schnell nachzurücken, diese aber nur nachtrabten. Bei Kroatien fehlten die Bewegung, die Ideen und offenbar auch die Kraft. Die Führung schien England freilich in die Hände zu spielen. Die Engländer konnten die Räume zumachen und auf den Gegenstoß warten, ohne dabei zu viel riskieren zu müssen. Man kam auch zu einer, aber nur zu einer, großen Chance durch Harry Kane, doch der Linienrichter hatte hier Abseits gegeben.

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Dokument erstellt am 2018-07-11 23:22:55
Letzte Änderung am 2018-07-11 23:24:57



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