• vom 15.07.2018, 13:39 Uhr

Fußball-WM 2018

Update: 15.07.2018, 13:48 Uhr

Fußball-WM

Das Duell M gegen M




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  • Modrić gegen Mbappé: Es geht nicht nur um den WM-Titel, sondern auch um den goldenen Ball für den besten Spieler.

Kylian Mbappé, der Wirbelwind aus Paris.

Kylian Mbappé, der Wirbelwind aus Paris.© ap/Golovkin Kylian Mbappé, der Wirbelwind aus Paris.© ap/Golovkin

Moskau. Für den goldenen Ball des besten Spielers des Turniers gibt es zwei große Favoriten - den Franzosen Kylian Mbappé und den Kroaten Luka Modrić. Wenn es um die Nachfolge von Lionel Messi geht, heißt es vor dem Endspiel am Sonntag (17 Uhr MESZ) Teenager gegen Routinier, Sturmblitz gegen Mittelfeldantreiber.

"Niemand wäre glücklicher als ich, wenn er gewählt würde", sagt Kroatiens Trainer Zlatko Dalić über seinen unermüdlichen Antreiber und genialen Ballverteiler Modrić. "Wenn er sagt, dass er Trophäen gewinnen will, ist das keine Angeberei. Er will es, weil er das Talent dazu hat und das Recht, es zu sagen", betont indes Mbappés französischer Teamkollege Paul Pogba.


Vor vier Jahren war Argentiniens Messi trotz des verlorenen Finales gegen Deutschland zum besten Spieler der WM gewählt worden. Allerdings nahm er den Trostpreis nur widerwillig entgegen. Messi verabschiedete sich diesmal schon im Achtelfinale gegen Frankreich - unter anderem nach zwei Toren von Mbappé. Für Portugals Cristiano Ronaldo war die WM am gleichen Tag vorbei. Ihre gemeinsame Ära als Weltfußballer der vergangenen zehn Jahre - beide holten jeweils fünf Mal den Titel - dürfte vorbei sein.

Luka Modri, der kleine Ballzauberer vom Balkan. afp/Fife

Luka Modri, der kleine Ballzauberer vom Balkan. afp/Fife© AFP Luka Modri, der kleine Ballzauberer vom Balkan. afp/Fife© AFP

Belgiens Eden Hazard, Englands Harry Kane, der mit sechs Toren beste Chancen auf den goldenen Schuh als Top-Torjäger hat, - sie waren gut, aber wohl nicht gut genug für den goldenen Ball. Brasiliens Neymar fiel neben einigen sportlichen Taten vor allem durch sein miserables Schauspieltalent und ausgeprägte Selbstinszenierung auf. Übrig bleiben daher wohl nur noch Modrić und Mbappé. (Außer Mbappés Nebenmann Antoine Griezmann schießt Frankreich mit einer Galavorstellung zum zweiten Titel nach 1998.) Goldener Ball, "das interessiert mich nicht ein bisschen. Ich will die WM gewinnen", sagte jedoch Griezmann am Freitag. Oder fällt die Wahl auf Danijel Subašić, der Torhüter der Kroaten, falls er nach zwei erfolgreichen Elfmeterschießen erneut zum umjubelten Matchwinner wird? Ein Torhüter mit dem goldenen Ball in den Händen, das gab es schon einmal: 2002 war es Oliver Kahn. Das Ergebnis der Wahl war schon vor dem Finale gegen Brasilien festgestanden, in dem Kahn patzte.

Fifa-Expertenrat entscheidet
Diesmal fällt die Entscheidung erst nach dem Schlusspfiff im Luschniki-Stadion - und man darf sicher sein, dass es diesmal ein Finalgewinner sein wird. Die Wahl trifft die technische Studiengruppe der Fifa, angeführt vom brasilianischen Ex-Nationalcoach Carlos Alberto Parreira. Und es wird wohl einer aus der Kreativabteilung sein. "Modrić ist einer der besten Mittelfeldspieler bei diesem Turnier. Manche sagen, der beste", so Dalić, seinen Superstar bewerbend. Nicht zu vergessen: Der 32-Jährige gewann drei Wochen vor dem WM-Start auch die Champions League mit Real Madrid - zum dritten Mal nacheinander und zum vierten Mal insgesamt. Im Starensemble der Königlichen ist der nur 1,72 Meter große Wirbler aus Zadar einer der ganz Großen.

Mbappé wiederum trauen viele zu, erst einer der Größten überhaupt zu werden. "Kyky ist jung, das weiß die ganze Welt. Auf dem Platz ist er aber kein Junger", meinte Pogba über den 19-Jährigen von Paris Saint-Germain, dessen Marktwert bereits auf 400Millionen Euro geschätzt wird. Fast unvergleichbar ist Mbappés Sprintkraft, 38 Stundenkilometer wurden bei ihm bereits gemessen (Usain Bolt kam bei seinem 100-Meter-Rekordlauf auf 44,72 km/h). Modrić ist demgegenüber der unermüdliche Antreiber, der auch in der dritten Verlängerung noch große Moral zeigt.




Schlagwörter

Fußball-WM, Frankreich, Kroatien

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-13 16:38:05
Letzte Änderung am 2018-07-15 13:48:18



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