Heimkehr als Weltmeister: Torhüter Hugo Lloris und seine Mannschaft bringen Frankreich den WM-Pokal. - © REUTERS
Heimkehr als Weltmeister: Torhüter Hugo Lloris und seine Mannschaft bringen Frankreich den WM-Pokal. - © REUTERS

Paris. (rel) Man fühlte sich an die Bilder von 2016 erinnert. Als Portugals Superstar Cristiano Ronaldo und seine Mannen mit viel Triumphgeheul und in einem kolossalen Zug vom Lissaboner Flughafen ins Stadtzentrum fuhren - der Menschenmenge zuwinkend und die errungene EM-Trophäe in den blauen Himmel haltend. Der tags zuvor im Finale von Paris gescheiterten Équipe Tricolore blieb nur der zweite Platz - und das ausgerechnet beim Heimturnier.

Zwei Jahre später, ist die Welt in Frankreich wieder in Ordnung, die Enttäuschung von einst vergessen. Am Montag, nach der Ankunft der Spieler in Paris, waren es Coach Didier Deschamps, Antoine Griezmann, Kylian Mbappé und Co., die fröhlich in die Kameras lächelten und den WM-Pokal stolz ihren jubelnden Anhängern vorzeigten. Ziel des Zuges durch die Hauptstadt waren zunächst die Champs-Élysées, wo die frischgebackenen Weltmeister von hunderttausenden Fans gefeiert wurden, am Abend stand ein Empfang bei Präsident Emmanuel Macron im Élyséepalast auf dem Programm. Um die Kicker zu ehren, ließ sich sogar die Pariser Métro etwas einfallen und taufte prompt mehrere U-Bahnstationen um: So wurde beispielsweise der Untergrundbahnhof "Champs-Élysées - Clemenceau" zu Ehren des Teamchefs "Deschamps Élysées - Clemenceau" umbenannt, die Station "Charles de Gaulle - Étoile" am Triumphbogen wurde zu "On a deux Étoiles" ("Wir haben zwei Sterne"). Sogar Goalie Hugo Lloris kam trotz seines Patzers beim Anschlusstreffer der Kroaten zum 2:4, durch die Station "Victor Hugo Lloris" zu Ehren.



- © ap/Josek
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Schon am Sonntagabend, kurz nach dem Sieg Frankreichs gegen Kroatien in Moskau, hatten die Franzosen ihre Mannschaft bejubelt. Hunderttausende strömten auf die Champs-Élysées und verwandelten sie in eine einzige Partymeile. Bunt bemalte Fans brüllten ihre Freude hinaus. Überall waren Sprechchöre zu hören: "On est les champions" ("Wir sind die Champions"), einige Fans kletterten auf Ampeln, Laternen und Litfaßsäulen. Der Prachtboulevard war schon während des Spiels für Autos gesperrt - genau wie weite Teile des Westens der Stadt. Später kam es dann hier wie auch in anderen Städten wie Lyon, Marseille und Ajaccio jedoch zu Ausschreitungen. Es gab Schlägereien und Plünderungen.

Jubelfahrt auch in Zagreb

Gefeiert wurde aber nicht nur in Paris, sondern auch in Kroatiens Hauptstadt Zagreb, wo die Mannschaft von Teamchef Zlatko Dalić- trotz der Enttäuschung über das verlorene Finale - feierlich empfangen wurden. Das Team zog mit dem als besten WM-Spieler ausgezeichneten Luka Modić an der Spitze in einem Bus durch die Stadt und ließ sich auf dem zentralen Ban-Jelačić-Platz als Vize-Weltmeister feiern. U-Bahnumbenennungen gab es mangels einer U-Bahn hier allerdings nicht.