Hamburg. Der Erfolgslauf von Co-Gastgeber Deutschland bei der Handball-WM lässt Erinnerungen ans "Wintermärchen" von 2007 wach werden. Vor dem Halbfinale gegen Norwegen am Freitag in Hamburg (20.30 Uhr/ARD) träumen auch die deutschen Spieler vom insgesamt dritten Titel. Allerdings ist der noch in weiter Ferne. Im Finale wartet Titelverteidiger Frankreich oder der bisher makellose zweite Gastgeber Dänemark.

Mit den Norwegern rund um ihren Superstar Sander Sagosen - bei Paris Saint-Germain Teamkollege von Deutschlands Flügelstar Uwe Gensheimer - wartet jedenfalls ein harter Brocken, eine Tatsache, die auch das österreichische Team beim 24:34 in der Vorrunde anerkennen musste. "Norwegen hat eine sehr starke Mannschaft. Die meisten Spieler haben schon in der Bundesliga gespielt. Das wird sehr schwierig", prophezeite Tormann Andreas Wolff. Im Verlauf des WM-Turniers gab Norwegen nur beim 26:30 gegen Dänemark Punkte ab, die Deutschen lediglich beim 22:22 gegen Russland und 25:25 gegen Frankreich. Auch beim erstmaligen Auftritt vor 13.000 Zuschauern in Hamburg setzt die DHB-Auswahl auf die Zuschauer. "Wir brauchen alle Fans, um unseren Traum vom Finale zu verwirklichen", erklärte Kreisläufer Jannik Kohlbacher.

Erfolgreichste WM aller Zeiten

Eine enge Partie kündigt sich bereits davor (17.30 Uhr) auch beim dänisch-französischen Duell in Altona bei Hamburg an. Co-Gastgeber Dänemark hat mit einem Sieg über Schweden den Einzug ins Halbfinale der Handball-WM perfekt gemacht. Die Franzosen, die seit 2009 vier WM- und zwei EM-Titel geholt haben, dürften durchaus froh sein, dass man auf neutralem Boden auf die Dänen trifft, die erst in einem Endspiel wieder in Herning antreten würden. "Ich spiele lieber in Deutschland gegen sie", meinte Superstar Nikola Karabatic. Die größte Gefahr geht von Dänemarks Superstar Mikkel Hansen aus. Der 31-Jährige ist mit aktuell 53 Treffern in acht Spielen auf bestem Weg zum Torschützenkönig der WM.

Während der Weltmeister erst ermittelt wird, hat der Handball schon gewonnen. Die 26. WM gilt an der Zuschauerzahl gemessen jetzt schon als die erfolgreichste aller Zeiten. 837.000 Besucher kamen bisher in die Hallen, die Rekordmarke der WM 2007 (mit 750.000 Fans) ist Geschichte.