Die beiden Finalistinnen hatten sich zuvor über 2:27 Stunden ein Match geliefert, das nicht nur sie beide lange nicht vergessen werden. Es verlief von Beginn weg zunächst auf hohem Niveau und sehr ausgeglichen. Die ersten zwei Breakchancen hatte Kvitova bereits im fünften Game bei 2:2, unmittelbar darauf war Osaka einen Punkt vom Break zum 4:2 entfernt. Auch ein 0:40 bei eigenem Aufschlag konnte Osaka noch zum 4:3 verwandeln. Ab diesem Zeitpunkt ging es Richtung Tiebreak, wobei Osaka bei 6:5 schon ihre ersten beiden, vergebenen Satzbälle vorfand. Im Tiebreak selbst spielte Osaka aber überragend und sicherte sich rasch eine 5:1-Führung. Nach 51 Minuten hatte sie Satz eins mit 7:2 in der Tasche.

Im zweiten Durchgang gelang Kvitova das erste Break des Endspiels zum 2:0, sie nutzte aber eine Chance zum 3:0 nicht. Osaka gelang das sofortige Rebreak. Nach dem kleinen "Hänger" zu Beginn des zweiten Satzes, schien Osaka auf dem Weg zum Zwei-Satz-Sieg. Der Japanerin mit haitischem Vater, die auch über einen US-Pass verfügt, gelang zum 3:2 ein Break zu Null und sie führte bereits 5:3. Bei Aufschlag Kvitova und 0:40 fand Osaka drei Matchbälle vor. Doch da versagten die Nerven des Jungstars völlig: Sie verprasste alle Chancen und musste danach nach einem Doppelfehler zu 15:40 ihr Service abgeben. Osaka vergab noch einen Breakball zum 6:5 und gab zu Null mit einem Doppelfehler den Satz noch zum 5:7 ab.

Nach rund 1:50 Stunden ging das Match in den entscheidenden Satz. Osaka, die mit einem Handtuch über dem Gesicht nach dem Satzverlust den Platz verlassen hatte, fing sich mental wieder und holte sich das erste Break zum 2:1. Bei 3:2 für Osaka hatte Kvitova noch einmal die Chance zum Rebreak, doch Osaka stelle auf 4:2 und fand bei 0:40 wieder drei Chancen zur Vorentscheidung vor. Doch diesmal war sie dank einer überragenden Kvitova chancenlos, die Tschechin machte mit perfektem Spiel fünf Punkte en suite zum 3:4. Bei 5:4 und eigenem Aufschlag lag es nun wieder bei Osaka, die aber nun mit stoischer Ruhe zum zweiten Triumph ausservierte.

"Dieses Mädchen ist etwas Spezielles", jubelte ihr deutsche Trainer Sascha Bajin auf Twitter über Osaka. Er war fast acht Jahre Schlagpartner von Serena Williams und arbeitet auch mit Caroline Wozniacki und Viktoria Asarenka. Nun ist er erstmals Headcoach. Sein Schützling ist schon lange eine gemachte Frau, wird aber mit allen Sponsorprämien auch durch die Nummer-1-Position viele Rekorde purzeln lassen und bald reichste Sportlerin der Welt sein. Sie und ihr Landsmann Kei Nishikori haben sogar die Namensrechte an den japanischen Nudelhersteller "Nissin" verkauft: In japanischen Medien muss daher über Osaka/Nissin bzw. Nishikori/Nissin berichtet werden. Zudem hat Osaka große Sponsorendeals mit der Fluglinie ANA, Autohersteller Nissan und der Uhrenfirma Citizen.