Indian Wells. Glück muss man haben. Dominic Thiem steht ohne Satzverlust bereits im Halbfinale des mit 8,359 Millionen Dollar dotierten ATP-Masters-1000-Turniers in Indian Wells. Der 25-jährige Niederösterreicher profitierte am Donnerstagabend von der verletzungsbedingten Aufgabe von Gaël Monfils, dabei war das Duell mit dem zuletzt sehr stark aufspielenden Franzosen mit Spannung erwartet worden. Thiem war schon spielbereit und wartete im Golf-Kart schon auf den Transport zum Center Court. "Als Gaël nach 10, 15 Minuten noch immer nicht gekommen ist, habe ich mir schon gedacht, dass irgendwas nicht stimmt. Es wäre auf jeden Fall ein super Match geworden, schade für uns und die Fans."

Der Einzug ins Halbfinale ist aber nicht die einzige Tatsache, über die sich Thiem freuen darf. Laut Informationen der ATP wird der Österreicher nämlich unabhängig vom Ausgang am Samstag im Halbfinale gegen Milos Raonic - die Spielzeit war am Freitag noch offen - im nächsten Ranking wieder Sechster sein. Verliert Thiem im Semifinale, hat er gleich viele Punkte wie Kevin Anderson, aufgrund einer Spezialregelung (jeweilige Punkte bei verpflichtenden Turnieren), würde Thiem aber vor dem Südafrikaner gereiht. Er kann also nach den gezeigten Leistungen in den ersten Runden ohne Satzverlust mit Selbstvertrauen am Samstag ins Duell mit dem als Nummer 13 gesetzten Kanadier Raonic gehen. "Ich habe hier gut trainiert und die Trainingsleistungen immer besser ins Match umgesetzt. Ein Semifinale in Indian Wells ist ein Superergebnis. Das ist fast wie ein Grand-Slam-Turnier", meinte der Weltranglisten-Achte. Doch natürlich hat er noch nicht genug. "Ich fühle mich körperlich sehr gut, werde eine gute Trainingssession haben und dann hoffentlich gegen Raonic den ersten Sieg einfahren und alles dafür geben."

Seine bisher zwei Matches gegen Raonic hatte er jeweils in zwei Sätzen und jeweils 2016 auf Hartplatz (in Cincinnati und beim Masters in London) verloren. Thiem weiß, was ihn erwartet. "Er ist sicher einer der besten drei Aufschläger, die es gibt, da wird es sehr schwer, dass ich bei seinem Aufschlag Chancen bekomme", sagt der elffache Turniersieger, der auf seinen ersten Titel auf Masters-1000-Niveau noch wartet. "Von hinten bewegt er sich nicht schlecht und spielt eine gute Vorhand." Doch Thiem hatte es bereits im Turnierverlauf mit so einem Spielertyp zu tun, als er im Achtelfinale gegen Ivo Karlović 6:4, 6:3 gewonnen hatte. "Ich werde es ähnlich angehen und mich auf meine Aufschlag-Games konzentrieren. Dann hoffentlich ergibt sich einmal im Satz eine Chance zum Break."

354.000 Euro fix in der Tasche

Für Thiem ist es sein insgesamt fünftes Halbfinale in der zweithöchsten Turnierkategorie nach den Grand Slams. Nun möchte er zum dritten Mal nach zweimal Madrid (2017 und 2018) in ein 1000er-Finale vordringen. Und dort könnte es zum Duell mit einem der Superstars Roger Federer oder Rafael Nadal kommen, der Schweizer und der Spanier mussten zuvor aber am Freitag erst selbst ihre Viertelfinali gewinnen.

Im ersten ATP-Masters-1000-Halbfinale außerhalb Europas geht es für Thiem freilich auch um fette Punkte und viel Preisgeld: Er hat bisher 360 ATP-Zähler sowie 354.000 Dollar (313.413,02 Euro) Preisgeld brutto sicher. Gewinnt Thiem, dann winken ihm als Finalist 600 Punkte und 686.000 Dollar.