Indian Wells. (art/apa) Erster Masters-1000-Titel, Finalsieg über Roger Federer, Eroberung von Platz vier der Weltrangliste - Dominic Thiem hat mit seinem Triumph in Indian Wells, den er in der Nacht auf Montag mit einem 3:6, 6:3, 7:5 über den Schweizer Altmeister fixierte, die Trendwende in einer bisher verkorksten Saison geschafft, die Zweifler besiegt und auch die internationalen Medien beeindruckt. "Federer findet seinen Meister", titelte beispielsweise die "Neue Zürcher Zeitung".

Für den Tennisspieler aus Niederösterreich, der den Erfolg seiner Auf- und Rückschlagleistung, den krachenden Grundschlägen, seiner Effizienz und auch ein bisschen dem Spielglück zu Beginn des zweiten Satzes verdankte, waren mehrere Punkte bedeutsam: Nachdem er zwei Finalspiele in dieser zweithöchsten Turnierkategorie verloren hat (jeweils in Madrid auf Sand gegen Rafael Nadal beziehungsweise Alexander Zverev), hat er nun die Bestätigung, dass er auch bei den größten Veranstaltungen gewinnen kann. Dass er im Endspiel den 20-fachen Grand-Slam-Sieger in die Schranken weisen konnte, macht die Sache noch spezieller. "Er ist eine Legende. Es ist eine Riesenehre, gegen ihn zu spielen", sagte Thiem, der laut seinem Gegenüber den Sieg "absolut verdient" habe. Und dass er damit sein Karrierehoch egalisiert hat, sei ein "sehr, sehr schöner" Nebeneffekt - zumal Thiem selbst findet, "dass es ein besserer vierter Platz" ist als damals im November 2017, als er diese Position schon einmal für zwei Wochen bekleidete.

- © M. Hirsch
© M. Hirsch

Denn von nun an kann der 25-Jährige den Rest der Saison gestärkt in Angriff nehmen, zumal die europäische Sandplatzsaison - und damit seine stärkste Zeit im Jahr - erst kommt.

Davor geht es für ihn und Federer, der auch mit 37 Jahren keine Ermüdungserscheinungen zeigt und noch auf dem Court seine Absicht zur Rückkehr in einem Jahr beteuerte, noch zum nächsten ATP-1000-Turnier nach Miami, wo heuer nicht in Key Biscayne, sondern im Football-Stadion gespielt wird. Thiem, der in der neuen Weltrangliste mit Respektabstand hinter Novak Djoković, dem - wieder einmal - an Knieproblemen leidenden Rafael Nadal und Zverev, aber nur relativ knapp vor Federer, dem Japaner Kei Nishikori und dem Südafrikaner Kevin Anderson liegt, hat dort keine Punkte zu verteidigen. Im Vorjahr musste er in der dritten Indian-Wells-Runde mit einer Knöchelverletzung aufgeben und die darauffolgenden Wochen bis zum Masters-1000-Turnier in Monte Carlo pausieren.