Sakhir. (dpa/apa) Im Schatten des aufgehenden Formel-1-Sterns Charles Leclerc hat Sebastian Vettel erst einmal keinen Trost gefunden. Nach der Horror-Nacht von Ferrari in Bahrain lauschte der frustrierte Deutsche mit verschränkten Armen den Lobeshymnen für seinen Stallrivalen. Vettels eigene WM-Ambitionen mit den Roten haben nicht nur zu einem besonders frühen Zeitpunkt der Saison einen Tiefpunkt erreicht. Dem vierfachen Weltmeister (zuletzt 2013) droht nun auch der Verlust seines Nummer-eins-Status im eigenen Rennstall. "Wir sehen in ihm einen jungen Champion, der im Entstehen begriffen ist. Er war der emotionale Sieger", bescheinigte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff dem nach einem technischen Defekt auf Platz drei hinter den beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas zurückgefallenen Monegassen Leclerc.

Dieser ging souverän mit seinem Frust um, was auch Bahrain-Sieger Hamilton beeindruckte. "Er hat einen unglaublichen Job an diesem Wochenende abgeliefert und eine herrliche, strahlende Zukunft vor sich. Auf ihn warten mit Sicherheit eine Menge Siege", betonte der Mercedes-Toppilot. Während Leclerc auch von der internationalen Presse gelobt wurde, sieht sich Vettel zunehmend mit Kritik konfrontiert. Laut "La Repubblica" habe er unter Druck "die Nerven und den Frontflügel" verloren. Nach einem Dreher war Rang fünf für den Deutschen Schadensbegrenzung.

"Vettel macht da weiter, wo er im vergangenen Jahr aufgehört hat: Er vermasselt es wieder", ätzte der nun als TV-Experte tätigte Ex-Weltmeister Nico Rosberg. Hamilton will seinen Langzeitrivalen aber nicht abschreiben. "Er wird sich erholen und wieder Gas geben", glaubt der Brite.