Wien. Sporthilfe-Geschäftsführer Harald Bauer, dessen Dreijahres-Vertrag Ende Juni ausläuft, möchte dem Vorstand einige Vorschläge zur Verwendung von zunächst erhöhten Rückstellungen anbieten. Unter anderem strebt Bauer, der sich in der Neuausschreibung seines Postens auch wieder beworben hat, eine Anhebung der monatlichen "Goldförderung" von 800 auf 1000 Euro an.

In einem Bericht in der "Tiroler Tageszeitung" hat Philipp Trattner, Sektionschef im Sportministerium, kritisiert, dass von drei Millionen Euro, die der österreichischen Sporthilfe jährlich zur Verfügung stehen, nur rund 900.000 Euro bei den Athleten ankommen. Bauer argumentierte auf Nachfrage der Austria Presse Agentur mit einer Anhebung von Rückstellungen. Dies sei "unerlässlich, damit wir den Mehraufwand in manchen Jahren, etwa vor Großereignissen wie Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften, bestreiten können", erklärte er. "Das zusätzliche Geld fließt also genau dann an die Sportler, wenn es am dringendsten benötigt wird. Und auf Basis der derzeitigen Rückstellungen werde ich dem Vorstand der Sporthilfe in der nächsten Sitzung Vorschläge unterbreiten, wie wir diese einsetzen könnten."

Aufgrund einer starken wirtschaftlichen Entwicklung der Sporthilfe sowie auch rückläufiger Förderanträge und Einstufungen in den bisherigen Förderrichtlinien seien 2017 und 2018 Rückstellungen gebildet worden. Im vergangenen Jahr wurden 34 Prozent an Sportler ausgeschüttet, 23 Prozent für Veranstaltungen sowie 13 Prozent für Sponsoren- und Kooperationswerbung ausgegeben. 17 Prozent flossen in den Betriebsaufwand, mit den restlichen 13 Prozent wurden Rücklagen aufgebaut. Neben der Anhebung individueller Förderungen möchte Bauer den Fokus auch auf Leistungen beim Nachwuchs wie den Youth Olympic Games und dem europäischen olympischen Jugendfestival legen. Zudem werde an einem Verletztenstatus gearbeitet, durch den Verletzte nicht mehr wie bisher sofort aus der Förderung fallen.