Shanghai. Sebastian Vettel hofft beim Formel-1-Jubiläum, das am Sonntag (8.10 Uhr) beim Grand Prix von China in Shanghai gegeben wird, auf ein "Quäntchen Glück, so dass wir das 1000. Rennen wirklich feiern können", wie er sagt. Für den deutschen Ferrari-Piloten geht es freilich nach seinem Patzer vor zwei Wochen in Bahrain auch um ein Quäntchen Trost, hatte er nach seinem fünften Platz doch schwere Kritik einstecken müssen. Im ersten Training am Freitag konnte Vettel zwar als Schnellster zurückschlagen, in der Nachmittagseinheit war dann aber in Valtteri Bottas doch wieder ein Mercedes-Fahrer vor ihm.

Um in der WM-Wertung nicht den Anschluss zu verlieren, zählt für Vettel in China ohnehehin nur ein Sieg, als Fünfter liegt er nach erst zwei Bewerben schon 22 Punkte hinter Bottas, 21 hinter Titelverteidiger Lewis Hamilton und auch hinter Max Verstappen sowie seinem eigenen Teamkollegen Charles Leclerc zurück. Den Monegassen konnte in Bahrain nur ein technischer Defekt auf dem Weg zu seinem Debütsieg stoppen. "Ich hoffe, das Auto ist wieder so gut wie in Bahrain, damit ich die Resultate anpeilen kann, die wir verdienen", sagt der 21-jährige Leclerc, der sich zu Ferraris jüngstem Grand-Prix-Sieger küren will.

"Wir sind uns bewusst, wie viel Glück wir hatten bei diesem Doppelerfolg", meint auch Hamilton, der den zweiten WM-Lauf des Jahres vor Australien-Sieger Bottas gewonnen hat. Der 34-jährige Brite hofft, dass Mercedes in China wieder zu alter Stärke findet. Sein Teamchef Toto Wolff sieht Ferrari allerdings aufgrund der Motorleistung derzeit in der Favoritenrolle. "An die Power, die sie haben, kommt keiner ran", betont der 47-jährige Wiener. So sei Ferrari auf der Qualifikationsrunde auf der Geraden in Bahrain fünf Zehntelsekunden schneller gewesen, erklärt Wolff. In Sachen Zuverlässigkeit hapert es aber heuer noch beim Traditionsteam aus Maranello, das 234 der bisher 999 WM-Läufe der Motorsport-Königsklasse gewonnen hat und damit die klare Nummer eins ist.