Klagenfurt. (art/apa) Am Mittwoch war Klagenfurt die Eishockey-Hauptstadt Österreichs. Und am Donnerstag. Und daran wird sich wohl in den kommenden Tagen wenig ändern. Die große Meisterfeier für den KAC ist für kommenden Montag angesetzt, bis dahin sollten sich auch die härtestgesottenen Fans, die die Klagenfurter Stadthalle nach dem 3:2-Overtimesieg der Kärntner über die Vienna Capitals und dem damit errungenen 4:2-Erfolg in der Best-of-Seven-Serie der Erste-Bank-Eishockey-Liga in ein Tollhaus verwandelt hatten, wieder auskuriert haben. Man muss die Feste eben feiern, wie sie fallen. Immerhin endete an jenem Mittwoch mit dem Treffer von Adam Comrie in der Overtime eine sechsjährige Durststrecke. Gemessen an der großen Eishockey-Tradition des Klubs, der in den Siebziger- und Achtzigerjahren beinahe alles gewann, nunmehr seinen 31. Meistertitel sowie den vierten Triumph in der 2003 aus der Taufe gehobenen Erste-Bank-Liga in der Tasche hat, ist das eine nicht unbedeutende Zeitspanne. Entsprechend euphorisch fielen auch die ersten Kommentare der Spieler aus. "Dieses Gefühl wird nie weggehen, daran werden wir uns ewig erinnern", sagte Comrie, der sich nicht als Matchwinner titulieren lassen wollte. "Wir haben als Gruppe gewonnen", betonte er. Auch sein Kollege Stefan Geier sprach von einem "unbeschreiblichen Gefühl" und lobte die Mannschaftsleistung: "Jeder hat zu jedem gehalten, wir haben uns immer zurückgekämpft."

Viele Puzzleteile

Der Zusammenhalt, die Einheit, die der als Trainer zurückgekehrte Ex-Spieler Petri Matikainen aus arrivierten Kräften, Legionären und jungen, heimischen Talenten formte, sowie seine eigene Detailversessenheit wurden an diesem Abend als Hauptgründe für den Titelgewinn genannt, dazu kommt die solide Basis, die in Klagenfurt über die Jahre geleistet wurde. In finanzieller Hinsicht kann man sich ebenso wenig beschweren wie in Sachen Nachwuchs- und Zuschauerzuspruch.

Nächste Saison nur elf Teams

- © apa/Gert Eggenberger
© apa/Gert Eggenberger

Doch die Euphorie, die dieser Tage ganz besonders in Klagenfurt, allgemein aber auch in Wien und bei den diesmal im Halbfinale gegen die Capitals ausgeschiedenen Salzburgern und mittlerweile in Graz herrscht, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Eis brüchig ist, auf dem sich der andere - der untere Teil - der länderübergreifenden Erste-Bank-Liga bewegt. Die Kellerklubs straucheln finanziell, in dieser Saison sprang Zagreb die halbe Mannschaft ab - was zu einer Sonderregelung durch die Liga sowie absurden Ergebnissen führte, nur damit zumindest der Grunddurchgang mehr schlecht als recht zu Ende gespielt werden konnte. An der nächsten Auflage der Liga werden die Kroaten, die erst kürzlich aus der osteuropäischen KHL in die Erste-Bank-Liga zurückgekehrt waren, nicht mehr teilnehmen, wodurch das Feld auf elf Vereine dezimiert wird. Auch Znojmo musste nachsitzen, um den Anforderungen für die kommende Saison gerecht zu werden. Die Hoffnungen so mancher Vorarlberger Eishockey-Fans auf eine Rückkehr der VEU Feldkirch, die einst die rot-weiß-roten Fahnen in Europa hochgehalten hat, werden sich wohl erst mittelfristig erfüllen. Hatte man zunächst noch Interesse bekundet, an der Saison 2019/20 teilzunehmen, will man das nun um - zumindest - ein Jahr verschieben. An den ursprünglichen Plänen habe sich zwar nichts geändert, hieß es zuletzt aus Vorarlberg, man werde aber erst einsteigen, wenn eine "gesicherte Basis über mehrere Saisonen" gegeben sei. In Klagenfurt hat man diesbezüglich keine Probleme, und die Zukunft der Liga wird wohl auch bei der Meisterfeier am Montag kein Thema sein. Zumindest für diese ist die Basis seit Mittwochabend gesichert.