E-Sport gilt als erwachender Wirtschaftsriese. Zuseherzahlen und Preisgelder übersteigen in zunehmendem Maße jene der traditionellen Sportarten. Jahr für Jahr werden neue Rekorde eingefahren. So war etwa das "Dota 2"-Turnier "The International" 2018 mit mehr als 25,5 Millionen Dollar dotiert. Die Branche sei im vergangenen Jahr um 38 Prozent gewachsen, sagt Berater Ó Méalóid. Tendenz: steigend. Es herrscht so etwas wie Goldgräberstimmung, bei der sich jene, die davon Ahnung haben und es sich leisten können, rechtzeitig einen Platz an der Sonne sichern. Der direkte Weg dazu ist die Gründung eines E-Sports-Teams.

Arena, Hotel und 70 Gebäude auf 15 Hektar

Doch Fuchs’ Pläne reichen viel weiter. In New York hat er vor kurzem ein Grundstück gekauft, auf dem er eine E-Sport-Arena bauen will. Es wäre die erste in New York City. Zwar finden in der US-Metropole schon jetzt digitale Wettkämpfe statt. Diese werden allerdings in Mehrzweckhallen wie Madison Square Garden ausgetragen. Auf seinen knapp 15 Hektar will Fuchs zudem 70 Gebäude bauen lassen, darunter auch ein Hotel. Die Auslastung sollte kein Problem sein. Allein das fünftägige ESL-One-Turnier für das Spiel "Counter Strike" bringt Madison Square Garden Jahr für Jahr rund 10.000 Besucher pro Spieltag. Doch das ist nur eines von zig kompetitiven Videospielen.

E-Sport dient als Werbeträger für andere Geschäftsfelder

Sein E-Sport-Team hat für Fuchs den angenehmen Nebeneffekt, dass er damit gleichzeitig auch für seine anderen Unternehmungen Werbung macht. Da wäre einmal sein Modelabel, das ebenfalls Nofuchsgiven heißt. Fuchs besitzt zudem noch drei Fußballakademien. Eine in Leicester, eine in New York und eine in Wiener Neustadt, die alle auf den Namen Fox Soccer Academy hören.

Als Unterstützung für das Modelabel ist "Fifa" ideal. Gerade im E-Sport gibt es nämlich mit "Counter Strike", "League of Legends" oder "Overwatch" Spiele, die eigentlich ein viel größeres Wettspiel-Publikum haben. Im Gegensatz zu diesen gehört aber "Fifa" Jahr für Jahr zu den absoluten Topsellern und spricht damit ein breiteres, nicht nur auf E-Sport fokussiertes Publikum an. Die Verwebung der fuchsschen Geschäftszweige macht es auch notwendig, bei der Wahl der Spieler besonderes Fingerspitzengefühl zu beweisen, sagt Berater Colm Ó Méalóid: "Es gibt ein gewisses Risiko, weil viele Spieler sehr jung sind und auch oft alleine spielen." Es bestehe die Gefahr, dass sie, wenn sie ihre Spiele streamen - also vor Online-Publikum spielen - eine Sprache verwenden, die zwar im Netz üblich sei, aber in der echten Welt absolut inakzeptabel.

Die Profis von Nofuchsgiven müssen sich daher in ihrem Arbeitsvertrag zu einem Verhaltenscodex verpflichten, der unter anderem eine adäquate Sprache vorsieht. "Immerhin repräsentieren sie nicht nur sich, sondern das ganze Unternehmen", so Ó Méalóid.

E-Sport-Einstieg - eine Idee der ganzen Familie Fuchs

Die Idee sei ihm gekommen, weil sein Sohn so gerne Spielern online beim Gaming zuschaut, sagt Fuchs. Ó Méalóid wiederum verweist auch auf Frau Raluca Gold-Fuchs. Die amerikanische Betriebswirtin, die unter anderem für die Investmentbankingfirma Goldman Sachs tätig war, lebt mit den gemeinsamen Kindern in New York. Und dort baut sich nun Christian Fuchs über kurz oder lang sein neues (berufliches) Leben nach dem Fußball auf.