Barcelona. Lewis Hamilton hat die Hierarchie im Mercedes-Team wiederhergestellt und mit einem Sieg beim Formel-1-Grand-Prix von Spanien die WM-Führung zurückerobert. Der fünffache Weltmeister überflügelte vom zweiten Startplatz aus seinen von der Pole Position gestarteten Mercedes-Stallrivalen Valtteri Bottas. Der Finne stellte dahinter den fünften Doppelsieg der "Silberpfeile" im fünften Saisonlauf sicher.

Max Verstappen fuhr noch vor den beiden Ferraris von Sebastian Vettel und Charles Leclerc den zweiten Podestplatz für Red Bull in dieser Saison ein. Der Niederländer ist nun erster Mercedes-Verfolger. Stallkollege Pierre Gasly wurde Sechster. Die Scuderia erlitt trotz verbesserten Motors einen weiteren Rückschlag im Titelkampf.

Im wohl vorerst letzten F1-Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya - den Veranstaltern fehlt das dafür nötige Geld - schnürte Hamilton den "Hattrick". Er hatte bereits in den vergangenen beiden Jahren und zudem 2014 triumphiert. Nur Michael Schumacher (6) hat auf dem seit 1991 befahrenen Kurs mehr Siege errungen.

Hamilton widmete seinen dritten Saisonsieg, den 76. insgesamt, auch seiner Crew: "Das liegt nur an diesem unglaublichen Team. Wir sind dabei, wie Geschichte geschrieben wird", meinte der Engländer danach. Er hatte den Grundstein am Start gelegt. War er in Baku zuletzt laut Eigenaussage noch "zu nett" gewesen, schnappte er sich dieses Mal Bottas bereits vor Kurve eins und setzte sich vom Finnen ab. "Hart, aber fair", urteilte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Genauso wie man es unter Teamkollegen auch haben sollte."

Bottas haderte im Anschluss mit seinem verpatzten Anfahren. "Ich habe es am Start verloren. Die Kupplung hat komisch reagiert." Er tröstete sich mit "guten Punkten", denn: "Es wird heuer auf jeden einzelnen ankommen." Einen solchen schnappte sich Hamilton auch mit der schnellsten Runde. Er liegt mit 112 Zählern nun sieben vor Bottas.

Dahinter ist Verstappen (66) der erste Mercedes-Verfolger. Sein dritter Platz rundete für Red Bull ein anfangs schwieriges Wochenende mit einem Hoffnungsschimmer im Titelkampf ab. Motorsport-Konsulent Helmut Marko war zufrieden: "Wir haben unser Ziel erreicht. Es ist uns gelungen, eine Sekunde auf Ferrari gutzumachen." Verstappen, der bisher laut Marko "das Optimum" aus dem Red-Bull-Boliden herausgeholt hatte, fuhr erneut ein tadelloses Rennen. Bereits in Runde eins eroberte er gegen Vettel Platz drei und krallte sich am Stockerlplatz erfolgreich fest.

Die Scuderia blieb trotz eines leistungsstärkeren Motors ohne Podestplatz. Vettel fing sich bereits im Start-Fight mit Bottas einen leichten Bremsplatten ein. Da nützte es auch nichts, dass der Deutsche im weiteren Verlauf phasenweise klar der Schnellste war. Denn in der Schlussphase konnte er Verstappen nicht mehr unter Druck setzen. Und hielt konsterniert fest: "Bedeutend schneller als der Max waren wir auch nicht."

An der Spitze steuerte Hamilton dem Sieg scheinbar mühelos entgegen, ehe eine Safety-Car-Phase das Feld zusammenschob. Auslöser des Spannungsmoments war ein leichter Unfall mit Beteiligung von Lando Norris (McLaren) und Lance Stroll (Racing Point), die beide ausschieden. Doch auch der "Restart" änderte an der Spitze nichts mehr. Von 29 Barcelona-Rennen entstammte der spätere Sieger 26-mal der ersten Startreihe.