Bratislava. (apa/rel) Österreichs Eishockey-Nationalteam hat bei der WM in der Slowakei nach desolater Leistung eine äußerst schmerzhafte Niederlage erlitten. Schweden führte am Donnerstag in Bratislava gegen die ÖEHV-Auswahl bereits nach 15 Minuten mit 5:0 und feierte schließlich einen 9:1 (5:0,2:0,2:1)-Kantersieg.

Teamchef Roger Bader hatte im Vergleich zu den drei vorangegangenen Spielen einige Änderungen in der Aufstellung vorgenommen. Der angeschlagene Center Konstantin Komarek wurde geschont, auch für Patrick Obrist blieb nur ein Platz auf der Tribüne, weil Thomas Hundertpfund zurückkehrte. Im Tor der Österreicher stand diesmal wieder Bernhard Starkbaum, für den es aber kein angenehmer Nachmittag werden sollte.

Denn Michael Raffl und Co. waren während es gesamten Spiels völlig von der Rolle und konnten dem Doppelweltmeister von 2017 und 2018 nichts entgegensetzen. Wie in einem Trainingsspiel schoss das Dreikronenteam Tor um Tor. Eröffnet wurde der schwedische Torreigen dabei bereits nach 69 Sekunden von NHL-Stürmer Gabriel Landeskog (Colorado Avalanche), der erst am Vormittag in der Slowakei angekommen war. Marcus Kruger (3.), William Nylander (6.), Adam Larsson (8.) und Adrian Kempe (15.) machten aus dem Startdrittel ein Bestschießen. Die Schweden gingen schließlich als erste Mannschaft in diesem WM-Turnier mit fünf Toren Vorsprung in die erste Pause.

Danach schalteten die Schweden stark zurück, kamen in Unterzahl durch Dennis Rasmussen (30.) und Elias Lindholm (34.) aber auch im Mitteldrittel zu leichten Treffern. Oliver Ekman-Larsson (43./PP) und Elias Pettersson (45.) als neunter erfolgreicher Torschütze erhöhten auf 9:0, ehe Raffl der Ehrentreffer gelang (48.) und Startorhüter Henrik Lundqvist das "shutout" verdarb.

"Zwei Klassen besser"

Die vierte Niederlage im vierten Spiel war erwartet worden, nicht allerdings der kaum WM-reife Auftritt im ersten Drittel. Teamchef Bader sprach allerdings dennoch von einem "normalen Spiel". "Der Gegner ist zwei Klassen besser, nicht eine Klasse. Jeder ihrer Spieler ist ein Weltklassespieler, der in den ersten zwei Blöcken in der NHL spielt. Vom Mannschaftsspiel sind sie so gut organisiert, dass sie Gegner wie Österreich nach Strich und Faden ausspielen", sagte Bader. "Sie waren einfach viel zu gut für uns."

Die Österreicher müssen die Niederlage nun aber schnell wegstecken, am Freitag (16.15 uhr/live ORF Sport +) steht gegen Norwegen das erste Schlüsselspiel im Kampf um den Klassenerhalt auf dem Programm. Dazu müssen freilich Punkte her, ein Sieg oder zumindest ein Unentschieden. Dafür spricht, dass man zum ersten Mal seit Beginn der WM nicht krasser Außenseiter ist. Zwar sind die Skandinavier leichter Favorit, allerdings haben auch sie nach drei teils kräftigen Niederlagen bei diesem Turnier - ebenso wie Österreich - noch nicht anschreiben können.

Dass Norwegen seit 13 Jahren Stammgast bei der A-WM ist und auch schon dreimal das Viertelfinale erreicht hat, darum konnten sich die Nordmänner heuer nichts kaufen. Die Chance auf den Aufstieg ist längst dahin, Klassenerhalt heißt auch hier nun das Ziel. Teamchef Petter Thoresen hat dafür NHL-Stürmer Andreas Martinsen (Chicago Blackhawks) sowie zwölf Spieler aus den Topligen Europas, davon acht aus der schwedischen SHL, zur Verfügung. Das weiß auch Bader: "Man darf sich nichts vormachen. Sie sind schon 60:40-Favorit. Wir rechnen uns aber schon Chancen aus."