Gehaltsobergrenzen

Eine weitere Möglichkeit, für mehr Gleichheit zu sorgen ist der Salary Cap, also eine Gehaltsbeschränkung bei den Vereinen. Dieses Instrument kommt im Football genauso zum Einsatz wie auch beim Basketball und im Eishockey. Es geht darum, dass nicht die finanzstärksten Teams alle Topspieler zusammenkaufen können, wie es ihnen beliebt.

Bereits seit der Saison 1984/85 gibt es eine solche Obergrenze in der NBA. Damals durfte die für heutige Verhältnisse winzige Summe von 3,6 Millionen US-Dollar pro Team und Saison für Spielergehälter ausgegeben werden. Mittlerweile hat man hier aber die 100 Millionen-Dollar-Marke überschritten. In der NFL steigerte man sich seit der ersten Saison (1994), in der 34,6 Millionen investiert werden konnten, auf 188,2 Millionen für die kommende Saison, und in der NHL sind aktuell 83 Millionen an Auszahlungen möglich.

Luxussteuer im Baseball

Doch wie setzt sich so ein Salary Cap zusammen? TV-Gelder, Ticket-Einnahmen, Logen-Preise und noch einige andere Komponenten werden hineingerechnet. Durch regelmäßige Verhandlungen der Ligen und Spieler wird der Prozentsatz immer wieder auf den neuen Stand angepasst. Diese Summe zusammengerechnet und dividiert durch die Teams ergibt das Geld, das zur Verfügung steht.

In der Major League Baseball nimmt man einen etwas anderen Weg. Hier gibt es seit 1996 eine Luxussteuer, die dann zum Tragen kommt, wenn ein Team eine bestimmte Summe überschreitet, die es an seine Spieler ausbezahlt. Das passiert im Regelfall Vereinen aus den großen Märkten wie New York, Los Angeles, Chicago oder auch Boston. Alleine die Yankees aus New York mussten in den Jahren von 2003 bis 2017 fast 320 Millionen Dollar zahlen, da sie sich über diesen Zeitraum einen höchst kostspieligen Kader leisteten. Diese Millionen kamen danach den Klubs aus den kleinen Märkten zugute. Kurz gesagt: Auch kleinere Teams können davon profitieren, wenn große Teams Spielern langfristige und hochdotierte Verträge geben.

In einer Studie am Institute for Strategy and Business Economics der Universität Zürich zum Effekt von Luxussteuern auf Ausgeglichenheit, Klub-Profite und soziale Gerechtigkeit in Sportligen kamen die Forschenden zu dem Ergebnis, dass solche Steuern wichtig sind, um die Parität in einer Liga zu sichern. Laut Studienautoren wirken sich diese Zahlungen auch äußerst positiv auf die komplette Ligaqualität aus, die dadurch angehoben wird. Dass ein Salary Cap auch im Fußball funktionieren kann, zeigt die Major League Soccer: So gewannen acht unterschiedliche Vereine in den vergangenen zehn Saisonen den Titel. Vielleicht könnten solche Maßnahmen auch eine Lösung gegen die Langeweile im europäischen Fußball sein.