New York. Das Selbstvertrauen von Brooks Koepka war schon vor der US PGA Championship beachtlich. Er sehe keinen Grund, warum er das Turnier nicht noch einmal gewinnen sollte, erklärte der 29-jährige Titelverteidiger vor dem zweiten Golf-Major-Turnier der Saison in Bethesda bei New York.

Koepka feierte einen Start-Ziel-Sieg, musste aber am Schlusstag noch zittern. Koepka war am Sonntag mit sieben Schlägen Vorsprung in die letzte Runde gestartet. Der vierte Major-Titel schien in Griffweite. Doch der Profi aus West Palm Beach in Florida bekam bei starkem Wind auf der zweiten Hälfte des Kurses Probleme. Vier Bogeys in Folge ab dem elften Loch brachten die Rivalen wieder zurück ins Rennen, nach der 14. Spielbahn betrug der Vorsprung Koepkas nur noch einen Schlag. Die Zuschauer machten aus ihrer Unterstützung von Verfolger Dustin Johnson kein Hehl. Sie skandierten "D.J., D.J.", als der Spitzenreiter auf dem Weg zur viertletzten Spielbahn war.

Doch Koepka profitierte von seiner psychischen Stärke. "Das war das Beste, das passieren konnte. Das half mir, wieder den Fokus zu finden und einen guten Schlag auf der 15 zu machen", erklärte der Ryder-Cup-Gewinner mit den USA 2016. Johnson hingegen unterliefen im Finish der Schlussrunde Bogeys am 16. und 17. Loch. Koepka machte seine erfolgreiche Titelverteidigung mit zwei Schlägen Vorsprung perfekt und löste seinen 34-jährigen Landsmann an der Spitze der Weltrangliste ab. Er hatte schon im Vorjahr acht Wochen lang geführt.

Begonnen hatte seine Profikarriere erst vor sieben Jahren, auf der Challenge Tour in Europa. Nun hält er bei vier Titeln in den jüngsten acht Major-Turnieren. "Phänomenal. Das war eine tolle Serie. Ich versuche, dass sie nicht aufhört. Vier von acht, ich mag es, wie das klingt", erklärte Koepka, der zuletzt Zweiter im Masters hinter dem diesmal am Cut gescheiterten Tiger Woods war.

Mehr Siege in den vier wichtigsten Turnieren weisen nur Woods (15) und Phil Mickelson (5) auf. Wie Koepka hält auch Rory McIlroy bei vier. Doch der früher als größtes Talent gepriesene Nordire läuft seit 2014 vergeblich einem Erfolg nach. Koepka fühlte sich als dreifacher Champion unterschätzt, auch von seinen Kollegen. "Tiger kam zurück, das war etwas anderes. Aber ich habe gespürt, wenn ein anderer Spieler Leistungen wie ich geschafft hätte, wäre das eine viel größere Sache gewesen." Doch Koepka selbst war schon vor Bethesda von seiner Klasse und seinen Qualitäten überzeugt. "Ich könnte mir keinen Grund denken, warum ich am Karriereende nicht mindestens zehn Titel haben sollte." (apa/Reuters)