Bratislava/Kosice. Das russische Starensemble ist seiner Favoritenrolle bei der Eishockey-WM in der Slowakei bisher vollauf gerecht geworden. Der Olympiasieger beendete die Gruppenphase mit sieben Siegen und einem Torverhältnis von 36:7. Die Russen sind auf Wiedergutmachung aus, nachdem sie vor einem Jahr bereits im Viertelfinale an Kanada (4:5) gescheitert waren.

Die letzte Goldmedaille des Rekordweltmeisters (inklusive Sowjetunion) liegt auch schon fünf Jahre zurück. Die Russen werden alles daran setzen, sich nicht wie 2013 von den USA im Viertelfinale (3:8) düpieren zu lassen. Neben der am Donnerstag für 16.15 Uhr in Bratislava angesetzten Partie stehen noch Kanada gegen die Schweiz (16.15 in Kosice), Tschechien gegen Deutschland (20.15 in Bratislava) und Finnland gegen Schweden (20.15 in Kosice) auf dem Programm.

Deutscher Erfolgslauf

Der Erfolgslauf der Deutschen kam nach dem Umbruch im Team nicht ganz erwartet, fünf von sieben Partien wurden gewonnen. Die größten Trümpfe der Mannschaft von Toni Söderholm sind Tormann Philipp Grubauer und Leon Draisaitl, treffsicherer NHL-Legionär der Edmonton Oilers. Stechen diese wie beim 4:2-Sieg am Dienstag gegen Finnland, ist der DEB-Auswahl auch gegen die starken Tschechen eine Überraschung zuzutrauen. "Wir hoffen, dass wir den nächsten Schritt gehen können", sagte Yannic Seidenberg vor der Reise mit dem Sonderzug nach Bratislava.

Wollen die Schweizer gegen die Kanadier eine Chance haben, müssen sie Strafen vermeiden. Das zeigt die Statistik aus der Gruppenphase. Die Nordamerikaner brachten es im Powerplay bei zehn erzielten Toren auf eine Erfolgsquote von 52,63 Prozent. Damit waren sie die klare Nummer 1. Im Gegensatz dazu war das Überzahlspiel bisher das große Probleme der Schweizer, die lediglich eine Erfolgsquote von 11,43 Prozent ausweisen. Nur Italien, Großbritannien (beide 0) und das letztlich abgestiegene Österreich (9,09) waren im Powerplay noch schlechter.

Bei Schweden gegen Finnland liegt auf dem Papier die Favoritenrolle ganz klar bei den Schweden, die den dritten WM-Titel in Serie anstreben. Während diese auf 21 NHL-Spieler zählen können, figurieren im Kader der Finnen bloß zwei Akteure aus der stärksten Liga der Welt. Der beste Skorer der Finnen in der Gruppenphase war der erst 18-jährige Kaapo Kakko mit sechs Toren und einem Assist. (apa/sda/dpa)