Paris. Heute Abend steht für Dominic Thiem erst einmal Daumendrücken auf dem Programm. "Wir alle sollten hoffen, dass Chelsea gewinnt, sonst kann ich morgen für nichts garantieren", sagt Thiem, seines Zeichens erklärter Fan der Blues, vor deren Europa-League-Finale gegen Arsenal (21 Uhr MESZ/Puls4), freilich nicht ganz im Ernst.

Denn noch wichtiger als ein Erfolg Chelseas im Fußball wäre für den 25-Jährigen ein eigener bei seinem Lieblingsturnier im Tennis, den French Open. Und nach dem Viersatz-Auftakterfolg gegen den US-Amerikaner Tommy Paul weiß der Weltranglistenvierte zu gut, dass noch eine Steigerung her muss, will er wie im Vorjahr das Finale erreichen oder sich gar den Traum von seinem ersten Grand-Slam-Sieg erfüllen. Der Weg dorthin ist noch weit, auch wenn er jetzt zweimal ins Semifinale und einmal ins Endspiel gekommen war, könne man ein solches oder besseres Abschneiden nicht automatisch erwartet, warnt der Niederösterreicher.

Der Aufschlag als Waffe

In der zweiten Runde steht ihm am Donnerstag (11 Uhr/ORF Sport+) eine Hürde bevor, die er zwar von der Papierform her locker meistern müsste, die aber auch ihre Tücken birgt. Zum einen ist der 21-Jährige Alexander Bublik für ihn ein relativ unbeschriebenes Blatt, zum anderen verfügt der 1,96 Meter große Kasache mit seinem starken Aufschlag über eine echte Waffe und werde versuchen, "mein Spiel zu zerstören", wie Thiem sagt.

Bublik hat heuer drei Turniersiege auf Challenger-Ebene gefeiert und beim Masters-1000-Turnier die Qualifikation und die erste Runde überstanden. In Paris setzte sich die Nummer 91 der Weltrangliste zum Auftakt gegen den Deutschen Rudolf Molleker in vier Sätzen durch. Thiem, der mit seiner Erstrundenleistung zumindest zu Beginn nicht zufrieden war ("Ich war oft einen Schritt zu spät, habe die Bälle nicht richtig getroffen"), weiß, was zu tun sein wird: "Ich muss schauen, dass ich gut retourniere und so konzentriert wie möglich jeden Ballwechsel angehe."

Begleitet wird der Österreicher in Roland Garros nicht nur von seinem Coach Nicolás Massú und seiner Freundin Kiki Mladenovic, durch deren Wohnung in Paris er quasi Heimvorteil genießt, sondern erstmals auch von seinem neuen Manager Herwig Straka, der sich derweil Gedanken über die Turnierplanung und Sponsoren macht. Dem Steirer wird es in Zukunft darum geht, die "Marke Thiem" zu stärken. Dabei gehe es nicht um radikale Veränderungen, sondern den Feinschliff in wirtschaftlichen und medialen Aspekten, sagte Straka zur Austria Presse-Agentur. Seiner Meinung nach dürfe Thiem durchaus auch mehr Ecken und Kanten zeigen. "Er muss nicht Everybody’s Darling sein", sagt Straka. (art/apa).