Wien. Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem genießt nach seinem zweiten Grand-Slam-Finale einige Tage der Erholung in der Heimat, ehe es für ihn weiter in die Rasen-Saison geht. Nach der Rückkehr am Montag aus Paris bleibt dem 25-Jährigen ein wenig Pause, um die Eindrücke unter anderem mit dem Halbfinalsieg gegen den Serben Novak Djoković und die erneute Finalniederlage gegen den Spanier Rafael Nadal (3:6, 7:5, 1:6, 1:6) nachwirken zu lassen. Trotz seiner Enttäuschung über das Verpassen seines ersten Major-Titels war am Dienstag - 50 Tage vor seinem nächsten sportlichen Auftritt auf rot-weiß-rotem Boden in Kitzbühel - bei einer Pressekonferenz zu vernehmen, dass er viel Positives aus Paris mitgenommen hat. "Es waren sehr schöne, ereignisreiche Wochen, eine unglaubliche Erfahrung", sagte er. "Dass ich mich da durchgesetzt habe und ins Finale gekommen bin, war sehr schön."

Hoch wertet Thiem den "epischen" Erfolg über Djoković bei sehr harten Bedingungen. "Das war wahrscheinlich mein größter Karriere-Erfolg bis jetzt - die Nummer eins geschlagen in meinem ersten Fünfsatzmatch in Paris."

Bei Nadal aber habe man gesehen, was für ein Ausnahmesportler er sei. "So gut, wie er am Sonntag gespielt hat, hat er noch nie gespielt gegen mich. Das ist ein Ansporn, ganz, ganz hart weiterzuarbeiten. Ich freue mich schon jetzt auf Roland Garros 2020."

Kleine Fehler hätte Nadal aber sofort bestraft. "Ich habe zwei Punkte schlecht gespielt, da ist er schon auf mich draufgestiegen."

Thiem hat in den vergangenen beiden Wochen in Paris viele Schlagzeilen geschrieben, abseits des Courts auch mit der wegen Serena Williams abgebrochenen Pressekonferenz. "Wahnsinn, was das für Wellen geschlagen hat", sagte der Weltranglistenvierte über die Auswirkungen von Social Media bis in US-Talkshow "The View". Und scherzhaft fügte er hinzu: "Ich würde gerne als Wiedergutmachung Mixed in Wimbledon oder New York mit Serena spielen."

Fokus auf Wimbledon

Solche Seitensprünge vom Einzel wird sich Thiem bei Grand-Slam-Turnieren aber eher nicht leisten, zu groß sind seine Ambitionen. Schon liegt der Fokus auf Wimbledon und seinem Rasen-Vorbereitungsturnier nächste Woche in Halle. "Es macht mir absolut Spaß, auf Rasen zu spielen", ließ er wissen. "Und ich habe wieder gesehen, wie unglaublich es ist, bei einem Grand Slam so gut zu spielen." Dass er in Wimbledon weit kommt, hält Thiem für möglich: "Aber ich habe kein Mindestziel."

Der Gewinner von 13 ATP-Turnieren glaubt auch nicht, dass er viel Zeit zum Gewöhnen an das Rasenspiel benötigen wird. "In zwei, drei Tagen sollte das gehen. Es ist eine Änderung bei der Beinarbeit, das Rutschen fällt weg." Grundsätzlich denkt Thiem aber nicht, dass eine große Adaption nötig ist. "Die guten Spieler werden sich wieder durchsetzen, auch wenn alles knapper zusammenrücken wird. Das Wichtigste ist, dass ich top-vorbereitet, körperlich, hungrig und fit ins Turnier gehe."(apa)