Wien. Im Zuge der Operation Aderlass, die während der nordischen Ski-WM in Seefeld zunächst den Wintersport aufgeschreckt hat, gibt es nun auch die ersten Sperren für österreichische Radprofis: Wie die Anti-Doping-Rechtskommission am Donnerstag bekannt gegeben hat, wurden Stefan Denifl und Georg Preidler wegen Dopingvergehen für vier Jahre aus dem Sport verbannt. Der konkrete Vorwurf bezieht sich auf Eigenblutdoping, das beide - zumindest den Versuch - gestanden haben. Preidler hatte aufgrund des Fahndungsdrucks Selbstanzeige erstattet, damals aber behauptet, sich das Blut zwar abnehmen, aber nie rückführen zu lassen.

Beide haben nun die Möglichkeit, binnen einer vierwöchigen Frist Schritte gegen die Entscheidung einzuleiten. Allerdings können ihnen auch noch strafrechtliche Folgen drohen.

ÖSV gewinnt Zivilprozess

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Ebenfalls im Zusammenhang mit der Operation Aderlass hat es am Donnerstag eine Entscheidung an einer anderen Front gegeben: Im Zivilprozess des ÖSV gegen den ehemaligen Langläufer Johannes Dürr hat nun der Skiverband im Urteil des Landesgerichts Innsbruck recht bekommen. Demnach muss Dürr nun seine Äußerungen, der ÖSV dulde Doping stillschweigend, binnen 14 Tagen auf seiner Facebook Seite "Der Weg zurück" widerrufen, teilte der Skiverband in einer Aussendung mit. In Folge des Urteils muss Dürr zudem die Verfahrenskosten tragen. Der ehemalige Langläufer hatte bei einer sogenannten "FuckUp"-Night in Wattens in Tirol behauptet, der ÖSV dulde Doping stillschweigend, er verschließe die Augen davor und nehme Doping hin, solange sich der Dopende nicht erwischen lässt. Der ÖSV klagte daraufhin auf Unterlassung und Widerruf.

 

Liste mit 21 Sportlern

Bei der Operation Aderlass handelt es sich um eine internationale Blutdopingaffäre, die vergangenen Februar in Seefeld sowie in Deutschland losgetreten worden ist. Die Liste der mutmaßlich in den Blutdoping-Skandal um den deutschen Arzt Mark S. verwickelten Sportler soll 21 Namen aus acht Ländern und fünf Sportarten umfassen, Experten rechnen aber mit weiteren Betroffenen. Unter den bisher bekannten Namen sind neben den beiden Radsportlern auch die österreichischen Skilangläufer Max Hauke, Dominik Baldauf und eben Dürr.

Wie die Anti-Doping-Rechtskommission nun vermeldete, wurde bei Denifl aufgrund der vorliegenden Beweise festgestellt, dass dieser "zumindest" von Anfang Juni 2014 bis Ende 2018 Eigenblutdoping angewendet habe. Die Renn-Ergebnisse des Tirolers werden deshalb rückwirkend annulliert. Denifl verliert somit unter anderem auch seinen Sieg bei der Österreich-Radrundfahrt 2017 sowie den Etappenerfolg bei der Vuelta im selben Jahr. Er ist demnach auch zur Rückzahlung aller in dieser Zeit erhaltenen Startgelder und Preisgelder verpflichtet.

Preidler soll ab Februar 2018 bis 23. Dezember 2018 gedopt haben. Auch beim Steirer werden alle Ergebnisse in diesem Zeitpunkt gestrichen. Seine davor erbrachten Leistungen wie ein dritter Etappenplatz beim Giro d'Italia 2016 seien alle sauber zustande gekommen, behauptete Preidler im Zuge seiner Selbstanzeige im März.