Hamburg. (apa/art) Vor 18 Jahren hat er sein WM-Debüt gefeiert, vor zwei Jahren seinen größten und emotionalsten Erfolg. Doch wer damals, als er gemeinsam mit seinem Partner Alex Horst vor einem begeisterten Publikum auf der Wiener Donauinsel Silber holte, der Ansicht war, Clemens Doppler hätte jetzt wohl genug für eine Beachvolleyballer-Karriere erlebt, der irrte sich gewaltig: Bei den am Freitag in Hamburg beginnenden Titelkämpfen nimmt der Oberösterreicher seine zehnte WM in Angriff.

Doppler selbst hat über die vergangenen rund zwei Jahrzehnte mitbekommen, wie sich in seiner Sportart alles geändert hat. "Da hat sich schon gewaltig viel getan. Angefangen vom Spielkonzept bis hin zur Athletik und Rundum-Betreuung mit Scout, Physio und Trainer", sagt der 38-Jährige. "Früher gab es eine Dominanz der US-Amerikaner und Brasilianer. Natürlich können die noch immer gewinnen, doch die Europäer haben extrem aufgeholt, wenn nicht sie sogar überholt."

Mit seiner Teilnahme in Hamburg stellt Doppler den Rekord des Brasilianers Emanuel Rego ein, sonst kam bei den mit den nunmehrigen insgesamt zwölf Weltmeisterschaften keiner auf zehn oder mehr Teilnahmen. "Er trägt einen der drei größten Namen in der Geschichte unseres Sports", meint Doppler in einem Interview für die WM-Website. "Mit ihm in einem Atemzug genannt zu werden und mit ihm einen Rekord zu halten, ist etwas, das mich sehr stolz macht."

Große Veränderungen

Wenn Doppler an sein WM-Debüt in Klagenfurt vor 18 Jahren zurückdenkt, merkt er die großen Veränderungen bei sich und im Spiel an sich. "Ich war damals 20 und weit davon entfernt, ein professioneller Athlet zu sein. Ich habe nur zum Spaß gespielt. Aber danach habe ich jedes Jahr noch mehr Spaß daran gehabt."

Das war freilich auch dadurch bedingt, dass er besonders bei Großveranstaltungen in der Regel immer seine Leistung gebracht hat, obwohl er oft verletzt war. Denn in den rund zwei Jahrzehnten haben sich etliche Knieoperationen und andere Wehwehchen angesammelt.

"Ich bin immer aufgestanden und zurückgekommen, da ich so viel Liebe für diesen Sport habe. Natürlich ist es auch Glück, dass ich nie verletzt war, als gerade Weltmeisterschaften waren. Aber immer dabei gewesen zu sein, zeugt von Konstanz. Darauf bin ich ziemlich stolz."

Der Höhepunkt Dopplers war ganz klar die Silbermedaille vor zwei Jahren in Wien. Das Heim-Turnier mit den Massen an österreichischen Fans wird dem Routinier als Karriere-Höhepunkt in Erinnerung bleiben. "Mein bestes WM-Abschneiden davor war ein neunter Platz, was nicht schlecht ist. Aber was in Wien passiert ist, ist ein Märchen." In Hamburg sogar Gold zu holen, hält Doppler nicht für unmöglich. "Aber das Wichtigste für uns ist, Spaß zu haben. Das ist der Schlüssel zum Erfolg." Wie damals in Klagenfurt - oder eben auf der Donauinsel.