Kitzbühel. Der Deutsche Jannik Steimle hat am Donnerstag die vorletzte Etappe der Österreich-Radrundfahrt von Bruck an der Glocknerstraße nach Kitzbühel gewonnen. Der Prolog-Sieger aus dem Team Vorarlberg setzte sich vor seinem Landsmann Jonas Koch (CCC) und Patrick Gamper (Team Tirol) durch. Rund einen Kilometer vor dem Ziel waren mehrere Fahrer zu Sturz gekommen, auch Sebastian Schönberger war betroffen.

Die Spitze der Gesamtwertung blieb vor dem Schlussabschnitt auf das Kitzbüheler Horn am Freitag unverändert. Titelverteidiger Ben Hermans aus Belgien liegt weiterhin in Führung, Riccardo Zoidl ist über eine Minute zurück als bester Österreicher Sechster.

Das Alpenhaus am Kitzbüheler Horn ist am Freitag zum 20. Mal Etappenziel der Österreich-Rundfahrt, aber erstmals Zielort der Schlussetappe. Was natürlich bedeutet, dass das Finale für den Mann im roten Trikot alles andere als eine Friedensfahrt wird, sondern bis zur letzten Kehre erbittert um den Rundfahrtsieg gekämpft werden dürfte.

Hermans hat im Vorjahr sowohl die Etappe mit dem 7,1 Kilometer langen und bis zu 22 Prozent steilen Schlussanstieg als auch die Gesamtwertung der Österreich-Rundfahrt gewonnen. Diesmal kommt der Glocknerkönig als Führender in die Gamsstadt.

An den steilen Schlussanstieg zum Horn hat er beste Erinnerungen. "Ich kenne es sehr gut und ich mag es", sagte der Belgier, der beim Alpenhaus 2015 auch schon Zweiter war. Der Anstieg ist ob seiner immens steilen Abschnitte aber auch für ihn etwas Besonderes: "Es ist kein Berg für die Fahrer im modernen Radsport." Größte Konkurrenz erwartet der Belgier von den Fahrern des Teams Movistar um den Kolumbianer Winner Anacona. Der Ex-Etappensieger der Spanien-Rundfahrt ist mit 13 Sekunden Rückstand hinter dem Australier Ben O’Connor Gesamt-Dritter. "Das wird am letzten Tag noch eine richtige Schlacht um den Toursieg", sagte Hermans.

Thomas Rohregger hatte 2007 als bisher letzter heimischer Fahrer auf dem Horn triumphiert. Ein Nachfolger ist heuer nicht in Sicht. Riccardo Zoidl hofft am Schlusstag noch auf einen Vorstoß vom sechsten Rang in Richtung Stockerl. Doch dazu müsste er angesichts eines Rückstandes von mehr als einer Minute seine bisherigen Platzierungen auf dem Horn übertreffen – beim Gesamtsieg 2013 war er dort Fünfter. (apa/red)