Kitzbühel. Nach dem Sieg am Großglockner hat sich der 33-jährige Belgier Ben Hermans am Freitag auch den Gesamtsieg bei der Österreich-Rundfahrt gesichert. Bei der Fahrt auf das Kitzbühler Horn konnte der Vorjahressieger die Angriffe der Verfolger parieren und das rote Trikot behaupten. Pech hatte der Österreicher Riccardo Zoidl, der 3,5 Kilometer vor dem Ziel attackierte, dann aber einen Kilometer vor dem Ziel seinem hohen Tempo Tribut zollen musste und schließlich auf Tagesrang acht durchgereicht wurde – der Sieger von 2013 landete letztlich im Gesamtklassement auf Rang sieben.

"Es gab für mich nur hop oder drop. Wenn man nichts riskiert, gewinnt man auch nichts", sagte der Oberösterreicher nach dem kräfteraubenden Anstieg mit bis zu 23 Grad Steigung zum Alphaus auf 1670 Metern. Letztlich war Zoidl mit seiner Leistung zufrieden: "Ich hatte zum ersten Mal am Horn gute Beine, aber auf dem letzten Kilometer hat mir das Finish gefehlt." Der Tagessieg am Horn ging an den Russen Alexander Wlasow vor dem Schweizer Patrick Schelling. Hermans’ größte Rivalen Ben O’Connor (Aus) und Winner Anacona (Kol) waren schon bei der Hälfte des Schlussanstiegs aus der Spitzengruppe zurückgefallen. Im Vorjahr hatte der Belgier auf dem Horn gewonnen, diesmal genügte dem 72 Kilogramm schweren Athleten im Kampf gegen die Leichtgewichte der siebente Etappenrang. "Der erste Sieg war noch spezieller, weil er unerwartet war", betonte Hermans, "aber dieser ist sehr emotional." Schließlich habe er erst vor kurzerm eine Knieverletzung überwunden.