London. Roger Federer hat dieses Mal den Tennis-Klassiker gegen Rafael Nadal für sich entschieden und greift in Wimbledon nach seinem neunten Titel. Der 37-jährige Schweizer gewann am Freitag in London im Halbfinale gegen seinen vier Jahre jüngeren spanischen Dauerrivalen mit 7:6(3), 1:6, 6:3, 6:4. Er verwandelte den fünften Matchball. Im Finale wartet der serbische Titelverteidiger Novak Djokovic.

Für Federer war es sein 16. Sieg im 40. Duell mit Nadal. Zum zwölften Mal zog er ins Endspiel von Wimbledon ein: "Auch ich bin ein Fan von diesem Match. Es ist eine der epischsten Rivalitäten aller Zeiten. Es ist fantastisch, das zu sehen", sagte Djokovic nach seinem Sieg über den spanischen Überraschungsmann Roberta Bautista Agut über das zweite Halbfinale.

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"Ein besonderes Spiel"

Mit einem weiteren Titelgewinn in Wimbledon würde Federer mit Martina Navratilova gleichziehen, sie hat als einzige bisher neunmal beim traditionsreichsten Tennis-Turnier triumphiert. Seine beeindruckende Wimbledon-Bilanz verbesserte der Basler auf 101:12-Siege. "Es war schwer am Ende. Ich denke, das Match war auf einem sehr hohen Niveau. Es war eine Freude, hier zu spielen. Es ist immer ein besonderes Spiel gegen Rafa", sagte Federer.

Das zuvor letzte Duell mit Nadal auf dem heiligen Rasen hatte Federer im Finale 2008 im fünften Satz nach 4:48 Stunden 7:9 verloren, diesmal jubelte wieder der Schweizer. Auf seinem Lieblingsbelag trat der 20-fache Grand-Slam-Sieger aggressiver auf, rückte immer wieder erfolgreich ans Netz vor und machte deutlich mehr direkte Punkte als sein Kontrahent.

Voll besetzter Centre Court

Die Spannung spitzte sich erstmals im Tiebreak des ersten Satzes zu, den sich Federer nach einem anfänglichen Hin und Her deutlich sicherte. Auf der Tribüne fieberte seine Ehefrau Mirka mit, auch Federers früherer Trainer Stefan Edberg war unter den rund 15.000 Zuschauern auf dem bis auf dem letzten Platz gefüllten Centre Court.

Im zweiten Satz setzte trotz "Come-on-Roger"-Anfeuerungsrufe Nadal ein klares Zeichen. Der Weltranglisten-Zweite holte sich das zweite Break und den zweiten Satz klar. Immer wieder standen die Zuschauer begeistert von ihren Sitzen auf, auch als Federer nach packenden Ballwechseln im dritten Durchgang mit dem 3:1 entscheidend in Führung ging. In seinem letzten Aufschlagspiel des vierten Satzes aber zitterte Federer noch einmal, als Nadal noch in beeindruckender Manier Matchbälle abwehrte.

Zuvor hatten auch Djokovic und der Weltranglisten-22. Bautista Agut eine hochklassige Partie geboten (6:2,4:6,6:3,6:2). "Im Finale zu sein, ist ein Traum, der wahr wird. Das Finale in Wimbledon zu spielen, ist etwas Besonderes", sagte Djokovic, der heuer schon zweimal gegen den Spanier verloren hatte. (apa/dpa)