Bagneres-de-Bigorre. Der Niederösterreicher Gregor Mühlberger hat am Donnerstag bei der Tour de France für eine unerwartete Überraschung gesorgt - und dabei seinen größten Karriere-Erfolg knapp verpasst. Der 25-Jährige aus dem Bora-Rennstall belegte auf der Bergetappe nach Bagneres-de-Bigorre (209 Kilometer) in den Pyrenäen im Sprint einer dreiköpfigen Spitzengruppe den dritten Platz. Den Sieg sicherte sich der Brite Simon Yates vor dem Spanier Pello Bilbao.

Mit einer 40-köpfigen Gruppe bald nach dem Start in Toulouse ausgerissen, sprintete Mühlberger nach zwei Bergwertungen der ersten Kategorie auf der zwölften Etappe noch gegen zwei verbliebene Rivalen um den prestigeträchtigen Erfolg. Der 55. der Gesamtwertung mit fast 35 Minuten Rückstand musste sich jedoch wie schon beim Criterium du Dauphine, als er Etappen-Zweiter hinter dem Franzosen Julian Alaphilippe war, mit einem Ehrenplatz begnügen. Der Brite ließ seine beiden Mitstreiter im Wind fahren und trat kurz vor der letzten Linkskurve an. Mühlberger und Bilbao hatten dem nichts mehr entgegenzusetzen. Die Verfolgergruppe kam 1:28 Minuten hinter dem Trio ins Ziel. Auf das Hauptfeld mussten die Zuschauer noch einige Minuten mehr warten. In der Gesamtwertung kam es so vorn zu keinen Veränderungen.

Das Feld mit dem Gesamtführenden Alaphilippe hatte mehr als neuneinhalb Minuten Rückstand, Mühlberger verbesserte sich um rund zehn Plätze. Der Spitzenreiter nimmt das 27-Kilometer-Einzelzeitfahren in Pau am Freitag mit weiterhin 1:12 Minuten Vorsprung auf den britischen Vorjahressieger Geraint Thomas in Angriff. Am Wochenende folgen zwei Pyrenäen-Bergetappen, unter anderem am Col de Tourmalet.