Gwangju. Die Schwimm-WM 2009 war nicht nur in Bezug auf Markus Rogan und seine Disco-Affäre wegweisend. Sie stellte gewissermaßen auch eine Zäsur im österreichischen Schwimmsport dar. Denn es sollte für lange Zeit die letzte Langbahn-WM mit einer österreichischen Finalteilnahme und Medaille bleiben. Letzteres ist bis heute der Fall, Ersteres hat sich mit diesem Donnerstag aber zumindest geändert. Caroline Pilhatschs Finalteilnahme im nicht-olympischen Rückensprint war ein schöner Erfolg, für den ganz großen edelmetallenen Coup hat es dann aber doch nicht ganz gereicht.

Mit Platz sieben blieb die 20-jährige Steirerin zwar deutlich unter ihrem zumindest insgeheim gehegten Medaillenziel, mit einer Zeit von 27,78 Sekunden aber nur den Wimpernschlag von einer Hundertstelsekunde hinter ihrem erst am Vortag im Semifinale aufgestellten österreichischen Rekord – und das, obwohl sie sowohl bei der Reaktion am Start als auch beim Anschlag Fehler beging. "Zwei Fehler in einem WM-Finale, das ist einfach zu viel", sagte Pilhatsch. "Aber ich weiß, was ich falsch gemacht habe und das nächste Mal besser machen muss."

Die Ziele gehen der 20-Jährigen, die im vergangenen Jahr mit Kurzbahn-Silber über dieselbe Distanz überrascht hatte, jedenfalls nicht aus. Bei den nun folgenden Weltcups in China und Japan will sie in Gwangju Verpasstes nachholen und die Olympianorm über 100 Meter Rücken erbringen. "Ich will unbedingt versuchen, die Norm noch zu schaffen, das geht bei internationalen Bewerben mit sehr starker Konkurrenz leichter", sagte die Steirerin.

Marlene Kahler mit großem Potenzial

Doch nicht nur sie, auch eine andere heimische Schwimmerin lässt den österreichischen Verband, der sich auch noch mit den teilweise gerichtsanhängigen Folgen interner Malversationen herumschlagen muss, auf bessere Zeiten hoffen. In Südkorea stark aufgezeigt hat beispielsweise die 18-jährige Marlene Kahler, auf die auch am Freitag die Augen aus heimischer Sicht gerichtet sein werden.

Die Medaillengewinnern von den Olympischen Jugendspielen hat sich für die 800 Meter Kraul viel vorgenommen, will sowohl unter der Olympianorm als auch unter dem österreichischen Rekord bleiben. "Das ist mein Ziel", sagt die Niederösterreicherin. Dass sie im Frühjahr verletzungsbedingt sechs Wochen mit dem Training aussetzen musste, merkte man ihr bei dieser WM nicht an. Die Kraulspezialistin blieb über 1500 Meter unter der Olympianorm, schwamm über 400 Meter österreichischen Juniorinnenrekord und auch über 200 Meter persönliche Bestzeit.

Weiters im Einsatz sind Lena Grabowski, die über 200 Meter Rücken ihren einzigen WM-Start absolviert, und Bernhard Reitshammer über 50 Meter Kraul. Bis jemand von ihnen tatsächlich an die erfolgreiche Ära von Rogan, Jukic und Co. anschließen kann, wird es freilich noch ein bisschen dauern. Doch dank Pilhatsch, Kahler und Co. scheinen Österreichs Schwimmer tatsächlich langsam wieder Oberwasser zu bekommen. (art)