Gwangju. Ein neuer österreichischer Rekord, zwei verpasste Ziele, aber grundsätzlich Zufriedenheit – so in etwa lautet die Kurzzusammenfassung des Freitags bei den Schwimm-Weltmeisterschaften aus Sicht der im Einsatz befindlichen Österreicher.

Nachdem in den vergangenen Tagen die 18-jährige Marlene Kahler ins Rampenlicht geschwommen war, diese aber über 800 Meter Kraul als Gesamt-22. mit einer Zeit von 8:45,13 Minuten nicht an den angestrebten österreichischen Rekord und die Olympianorm herankam, zeigte diesmal besonders die um zwei Jahre jüngere Lena Grabowski auf.
Die Burgenländerin musste in der Früh-Session gleich zweimal über 200 Meter Rücken antreten. In den Vorläufen hatte sie ex aequo Rang 17 belegt, musste damit in ein Swim-off um den ersten Reserveplatz für das Semifinale.

Zunächst war sie auf ihrer einzigen WM-Distanz auf 2:11,16 Minuten gekommen, zeitgleich mit der Bulgarin Gabriela Georgiewa. Nur eineinhalb Stunden später wurde die 22-Jährige von der OSV-Athletin danach deutlich distanziert, wobei Grabowski in 2:10,79 sogar 0,13 Sekunden unter ihrem Ende April in Graz fixierten nationalen Rekord blieb. Auf die Olympianorm fehlen ihr damit nur noch 40 Hundertstel.

Kurz trauerte sie zwar dem nur denkbar knapp verpassten Semifinale nach, dennoch überwog die Freude bei dem Teenager: Der österreichische Rekord – kurz herrschte Verwirrung, ob die im Swim-Off erbrachte Leistung offiziell als solcher gilt – bedeute ihr "extrem viel", wie sie sagte. "Ich bekomme Gänsehaut bei dem Gedanken, dass ich die schnellste 200-Meter-Rückenschwimmerin bin, die es jemals in Österreich gegeben hat. Ein unbeschreibliches Gefühl. Jetzt bin ich wieder ein Stück näher am Olympia-Limit. Das ist sehr aufbauend."

Auch Kahlers WM-Resümee fiel positiv aus: Diesmal habe sie zwar von Anfang an nicht ins Rennen gefunden, "aber drei von vier Rennen hier waren super. Ich kann mich nicht beschweren. Für mich war die WM ein ziemlicher Erfolg." Bernhard Reitshammer wurde über 50 Meter Kraul 49. (apa/red)