Wien. Die wetterbedingt unterbrochene Party hat noch nicht einmal so richtig begonnen, da denkt Hannes Jagerhofer bereits an die Neuauflage. Der Veranstalter des Vienna Beach Major möchte das Turnier auch über 2020 hinaus in Wien ausrichten. Der derzeitige Vertrag mit der Stadt läuft nächstes Jahr aus, eine Verlängerung ist wahrscheinlich. "Solange wir dableiben können, bleiben wir da. Die Stadt Wien gibt uns sehr positive Signale, dass es ihnen taugt. Wir hoffen, dass wir länger dableiben können", erklärte Jagerhofer am Eröffnungstag auf der Donauinsel.

Der Eventmanager war mit dem viele Jahre in Klagenfurt unmittelbar am Wörthersee ausgetragenen Turnier 2017 nach Wien gewechselt, weil es in seiner Kärntner Heimat Probleme mit der öffentlichen Finanzierung gegeben hatte. Mit dem neuen Standort sei er sehr zufrieden, stellte Jagerhofer klar. Für Wien spreche unter anderem, dass man hier in mehrerlei Hinsicht in neue Sphären vorgestoßen sei. "Das Turnier hat eine andere Dimension bekommen. Von den Besuchern her, von der medialen Wirkung her."

Alternierend mit Klagenfurt?

Die Rückkehr nach Klagenfurt scheint mittelfristig unrealistisch. Einige Partner würden sich aber eine abwechselnde Austragung in Wien und Kärnten wünschen, erläuterte Jagerhofer. "Weil wir unseren Gästen am Wörthersee ein ganz anderes Erlebnis geben können. In Wien gibt es eine andere VIP-Ausrichtung. Der Traum von vielen Sponsoren wäre Klagenfurt und Wien alternierend. Das wäre schon eine Überlegung wert, aber Wien wird uns nicht gehen lassen."

Gänzlich ausschließen könne er eine Rückkehr aber auch nicht, ergänzte er. Während es in Klagenfurt und in Wien dank Zuschaueransturms und finanzkräftiger Sponsoren immer gut gelaufen ist, zahlte Jagerhofer mit seinen Major-Turnieren an internationalen Standorten auch schon Lehrgeld. So musste er beispielsweise Porec wieder aufgeben. Am Beispiel Kroatien habe man lernen müssen, dass die dortige Wirtschaft das Millionenturnier nicht stemmen könne, erklärte Jagerhofer. In Hamburg sei man hingegen nach Anlaufschwierigkeiten dank der heurigen WM mit 130.000 Fans in der Erfolgsspur. "Wir sind draufgekommen, wenn wir uns entscheiden, irgendwohin zu gehen, müssen wir drei Jahre investieren, das heißt, du verlierst drei Jahre Geld."

In Hamburg sei durch das vorhandene Tennis-Stadion am Rothenbaum die heurige WM mit 6,5 Millionen Euro Budget deutlich billiger gewesen als jene 2017 in Wien. Auf der Donauinsel sei man samt der Errichtung und des Abbaues des Center Courts auf insgesamt zehn Millionen gekommen. Für das kürzere und weniger Teilnehmer umfassende Major beträgt das Budget 6,7 Millionen. (apa)