Wien. (rel/apa) Damit hatten wohl nur die wenigsten gerechnet. Statt wie im Vorjahr ins Viertelfinale des Beachvolleyball-Majors einzuziehen und die Chance aufs Halbfinale zu wahren, sind Clemens Doppler/Alexander Horst am Freitag in der Gruppenphase frühzeitig aus dem Bewerb ausgeschieden. Die beiden Niederlagen der Vizeweltmeister von 2017 kamen überraschend, der 25. Platz ist da nicht nur enttäuschend, sondern lässt auch die Olympia-Qualifikation über die World Tour in weite Ferne rücken. Was war passiert?

Nun ist es nicht so, dass Doppler/Horst schlecht gespielt hätten. "Wir sind gegen die Vizeweltmeister ausgeschieden, aber wir haben ihnen Paroli geboten", erklärte Doppler nach dem umkämpften 0:2 gegen das deutsche Duo Clemens Winkler/Julius Thole. "Gegen sie kann man verlieren. Sollte man im eigenen Haus nicht, aber wir brauchen uns nicht zu verstecken, wir haben ein gutes Volleyball gezeigt." Aber: "Es steht der 25. Endrang schwarz auf weiß, es ist brutal", ergänzte Doppler, der mit 38 Jahren wie sein Spielpartner Horst (36 Jahre) zu den Oldies auf dem Center Court gehört. Ihr Alter wollte nach dem Ausscheiden keiner der beiden thematisieren. Dabei wäre das, was auf den ersten Blick nach einer plumpen Ausrede klingt, gar nicht so weit weg von der Realität. Schließlich ist es nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Doppler/Horst anerkennen mussten, dass die jüngeren Teams nun einmal auf der Überholspur sind. Winkler/Thole etwa sind 22 und 24 Jahre alt.

Das Positive ist: All zu viel Zeit zum Nachdenken bleibt dem Duo eh nicht. Bereits am Dienstag beginnt für die Österreicher die EM in Moskau - eine doch willkommene Abwechslung. "Wir werden Zeit brauchen, bis wir das verarbeitet haben, wir müssen nach vorne schauen", sagte Horst und betonte, dass man mit dem Rückschlag in Wien schon umgehen werde können. Geht es nach den Beachvolleyballern, so wollen sie 2020 wieder in den Court in Wien zurückkehren. Man sei ja schließlich nicht sang- und klanglos ausgeschieden, so Doppler.

Platz neun für Damen-Duo

Von einem sang- und klanglosen Ausscheiden kann auch beim Damen-Duo Katharina Schützenhöfer/Lena Plesiutschnig nicht die Rede sein. Nach guten Auftritten an den ersten Tagen ist zwar auch für die Damen am Freitag das Aus gekommen, dafür war aber auch die Hürde, die hier im Achtelfinale zu nehmen war, eine außerordentliche. Bei Licht besehen war die befürchtete 0:2-Niederlage gegen die Kanadierinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Peredes keine Blamage, handelt es sich doch bei dem Duo um die amtierenden Weltmeisterinnen. "Jetzt sind wir gerade extrem enttäuscht. In ein, zwei Stunden werden wir aber realisieren, dass wir hier gute Leistungen gezeigt haben und gute Teams geschlagen haben", erklärte Plesiutschnig, fügte aber hinzu: "Ein Top-Ten-Ergebnis auf dem höchsten Level ist für uns ein Riesenerfolg, und das auch noch vor Heimpublikum." Bereits am Sonntag reisen sie und Schützenhöfer zur EM nach Moskau und bestreiten dort das Eröffnungsmatch.

In Wien werden die Fans keine heimischen Spieler mehr zu sehen bekommen. Martin Ermacora/Moritz Pristauz sind am Freitag als letztes ÖVV-Team ausgeschieden. Das Duo musste sich in der ersten K.o.-Runde Cherif Younousse/Ahmed Tijan (Katar) klar 0:2 geschlagen geben.