Spielberg. Fast 200.000 Fans, ein Fabelrundenrekord von Marc Márquez im Qualifikationstraining und ein spannendes MotoGP-Rennen, bei dem Ducati-Mann Andrea Dovizioso Márquez in der letzten Kurve düpierte: Das Motorrad-WM-Wochenende in Spielberg war auch heuer wieder ein voller Erfolg. Doch einen Tag nach den Motoren rauchten auch beim österreichischen KTM-Team die Köpfe.

Am Montag bestätigte man die Trennung von MotoGP-Pilot Johann Zarco per Ende 2019, das große Heimrennen verlässt man nun mit zwiespältigen Gefühlen den. Der Moto2-Sieg von Brad Binder und die Top-Ten-Premiere von Miguel Oliveira als Achter in der MotoGP sorgten für viel Freude. Der frühe Ausfall von Top-Pilot Pol Espargaro und die schwierige Situation um Zarco drückten gleichzeitig auf die Stimmung der Oberösterreicher. Der zweifache Moto2-Weltmeister Zarco war für 2019 und 2020 mit dem Ziel geholt worden, als Nummer eins im Team das MotoGP-Projekt von KTM voranzutreiben. Doch der Franzose kommt mit der RC16 nicht zurecht und redete zudem permanent das Bike schlecht.

KTM hatte noch am Renn-Sonntag bekanntgegeben, dass man das MotoGP-Projekt bis mindestens 2026 betreiben wird, dafür zieht man sich werksseitig aber aus der Moto2 zurück und bringt Husqvarna zurück in die Moto3. Auf dem Fahrersektor muss KTM nun aber einiges klären. Wer künftig neben Espargaro im Red-Bull-Werksteam fährt, ist offener als vorher. Am aufstrebenden Ast ist jedenfalls Oliveira, der sich längst zum zweitbesten KTM-Fahrer entwickelt hat. Der Portugiese ist nach elf Saisonrennen WM-15., drittbester Rookie hinter Fabio Quartararo (Yamaha) und Joan Mir (Suzuki) und daheim ein Superstar. KTM-Chef Stefan Pierer schätzt Oliveiras Zugang. "Er ist ein unbelasteter Rookie. Er setzt sich auf das Motorrad und ist einfach schnell." Ähnlich sieht das Pit Beirer. "Miguels Leistungen zeigen, dass die RC16 schon ein sehr fahrbares Motorrad geworden ist", sagte der KTM-Motorsport-Direktor. (apa/red)